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Deutsche Studentin berichtet : So lebt es sich zwischen den Protesten in Hongkong

  • -Aktualisiert am

Proteste an der Universität in Hongkong Bild: LAM YIK FEI/The New York Times/Laif

Kim Witetzek studiert seit drei Monaten in Hongkong. Ihre Universität hielt sie für einen sicheren Ort – bis die Polizei Studenten mit Tränengas attackierte. In ihrem Gastbeitrag berichtet sie vom Leben in einer unruhigen Stadt.

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          Gerade sitze ich in den Lernräumen auf dem Campus der University of Hong Kong. Das ist insofern erstaunlich, als es das einzige Gebäude hier auf dem Campus ist, das noch geöffnet ist. Alle anderen wurden nach dem 11. November geschlossen. Polizisten hatten auf dem Campus Tränengas eingesetzt, die Protestierenden Barrikaden errichtet. Auch wenn ich die Proteste vor Ort seit Ende August verfolgen konnte, hat mich dieser Schritt überrascht – und schockiert.

          Die Universität war für mich immer ein sicherer Rückzugsort. Das liegt auch daran, dass meine Universität eine von denen ist, die relativ wenig abbekommen haben, selbst wenn die Schäden das erst mal nicht vermuten lassen. Überall stehen Tüten mit Fertiggerichten, Helmen, Gasmasken und Regenschirmen. Herum liegen auch aus dem Gehweg herausgebrochene Steine, zersplittertes Glas. Rolltreppen und Fahrstühle sind kaputt. Den Weg über den Campus muss ich mir durch Blockaden bahnen, durch aufeinander getürmte Tische, Stühle, Schließfächer. Verschwunden sind die selbstgebauten Molotow-Cocktails. Freiwillige haben sie entfernt wie auch einen Teil der Barrikaden.

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