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Alternative zum Suezkanal : Erdogans neues Megaprojekt

Ein Frachtschiff im Bosporus wird 2019 abgeschleppt, nachdem es die Küstenstraße der Meerenge gerammt hatte. Bild: AFP

Mit der kostenlosen Passage durch den Bosporus lässt sich kein Geld verdienen. Im Kampf um das östliche Mittelmeer soll der „Kanal Istanbul“ nun die Position der Türkei stärken.

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          Durch den Suezkanal fahren jeden Tag fünfzig Schiffe. Das bringt dem ägyptischen Staat im Jahr sechs Milliarden Dollar Transitgebühren ein. Den Bosporus passieren am Tag zwar doppelt so viele Schiffe, davon fällt für den türkischen Fiskus aber nichts ab. Denn anders als der Suezkanal ist der Bosporus ein freier internationaler Schifffahrtsweg, selbst wenn er türkisches Hoheitsgewässer durchzieht. So regelt es die Konvention von Montreux zu den beiden türkischen Meerengen Bosporus und Dardanellen aus dem Jahr 1936.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Damals hatte die junge Türkei das Verhandlungsergebnis gefeiert, denn die Souveränität über die Wasserstraßen war wiederhergestellt. Geht es nach dem Willen der Regierungspartei AKP, könnte sich die Türkei jedoch aus dieser Konvention zurückziehen, so wie sie sich jüngst aus der Konvention des Europarats zum Schutz der Frauen vor Gewalt zurückgezogen hat. Je konkreter das Projekt eines Kanals parallel zum Bosporus wird, desto lauter stellen regierungsnahe Kreise, wenn auch nicht Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst, die Konvention in Frage.

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