https://www.faz.net/-gpf-aajju

Alternative zum Suezkanal : Erdogans neues Megaprojekt

Ein Frachtschiff im Bosporus wird 2019 abgeschleppt, nachdem es die Küstenstraße der Meerenge gerammt hatte. Bild: AFP

Mit der kostenlosen Passage durch den Bosporus lässt sich kein Geld verdienen. Im Kampf um das östliche Mittelmeer soll der „Kanal Istanbul“ nun die Position der Türkei stärken.

          3 Min.

          Durch den Suezkanal fahren jeden Tag fünfzig Schiffe. Das bringt dem ägyptischen Staat im Jahr sechs Milliarden Dollar Transitgebühren ein. Den Bosporus passieren am Tag zwar doppelt so viele Schiffe, davon fällt für den türkischen Fiskus aber nichts ab. Denn anders als der Suezkanal ist der Bosporus ein freier internationaler Schifffahrtsweg, selbst wenn er türkisches Hoheitsgewässer durchzieht. So regelt es die Konvention von Montreux zu den beiden türkischen Meerengen Bosporus und Dardanellen aus dem Jahr 1936.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Damals hatte die junge Türkei das Verhandlungsergebnis gefeiert, denn die Souveränität über die Wasserstraßen war wiederhergestellt. Geht es nach dem Willen der Regierungspartei AKP, könnte sich die Türkei jedoch aus dieser Konvention zurückziehen, so wie sie sich jüngst aus der Konvention des Europarats zum Schutz der Frauen vor Gewalt zurückgezogen hat. Je konkreter das Projekt eines Kanals parallel zum Bosporus wird, desto lauter stellen regierungsnahe Kreise, wenn auch nicht Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst, die Konvention in Frage.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Fahrbericht Fiat 500 E Cabrio : Schock verliebt

          Fiat baut den 500 einfach noch einmal. Jetzt aber mit Elektroantrieb, was der Lebensfreude in der Stadt arg zuträglich ist. Dann werfen wir auch noch das Dach zurück, offen gesagt: Bravo.
          Erst akzeptiert Musk Bitcoin als Zahlungsmethode für sein Unternehmen Tesla, nun hat er Umweltbedenken.

          Kryptowährung : Bitcoin sind für Tesla zu umweltschädlich

          Der Elektroautohersteller war das prominenteste Unternehmen, welches die Digitalwährung als Zahlungsmittel akzeptierte – nun die Kehrtwende. Der Kurs bricht nach der Nachricht ein. Doch wie schmutzig sind die Kryptowährungen?
          Um 2200 Prozent stieg der Aktienkurs von Tesla - seit Baillie Gifford dort 2013 eingestiegen ist.

          Tesla-Entdecker : Die coolsten Investoren der Welt

          Der schottische Vermögensverwalter Baillie Gifford entdeckt die besten Aktien oft früher als andere. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?