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Krisenstimmung in der Türkei : Erdogans Machtbasis erodiert

Recep Tayyip Erdogan am 20. Juli bei einer Militärparade zum Jahrestag der türkischen Invasion in Zypern 1974 Bild: AP

Zwei Abspaltungen von der AKP wollen von der Unzufriedenheit vieler Türken profitieren. Die von früheren Weggefährten Erdogans gegründeten Parteien könnten bei den nächsten Wahlen das Zünglein an der Waage sein.

          3 Min.

          Seit fast zwei Jahrzehnten regiert Recep Tayyip Erdogan die Türkei, nie war aber die Stimmung im Land so schlecht. Zwar hat Erdogan heute eine Machtfülle wie nie zuvor, die Zustimmung zu seiner Politik erodiert aber. Umfragen zufolge meinen zwei von drei Türken, dass es in dem Land nicht gut läuft. Grund der Unzufriedenheit ist die schlechte wirtschaftliche Lage. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie nie zuvor in der AKP-Ära, und die Inflation frisst an der Kaufkraft.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Die Wirtschaftskrise hat auch die AKP-Wähler erfasst. Selbst bei ihnen hält jeder zweite die Wirtschaftspolitik für schlecht. Genährt wird die Unzufriedenheit zudem von dem Verhalten der AKP-Elite, die sich überhöhte Gehälter im Staatsdienst genehmigt. Ein großes Thema ist die Korruption, wie jüngst der Fall der Handelsministerin Ruhsar Pekcan zeigt, deren Familie sich auf Kosten des Staates bereichert hat und die zurücktreten musste. Zuletzt enthüllte der Unterweltpate Sedat Peker, wie stark Teile des Staates von mafiösen Strukturen durchzogen sind. Jeder zweite AKP-Wähler glaubt seinen Enthüllungen mehr als den Dementis der Regierung.

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