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Treffen mit Putin zu Syrien : Erdogans lange Wunschliste

Hat große Pläne: Türkeis Präsident Erdogan. Bild: AP

Bei seinem Besuch in Sotschi am Dienstag will Erdogan mit Putin über die angestrebte Sicherheitszone in Syrien sprechen. Drei Dinge sind der Türkei dabei am wichtigsten.

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          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan greift weiter an. Am Wochenende hatte er erst erklärt, die Türkei werde die Köpfe der kurdischen Kämpfer „zerquetschen“, sollten sie sich nicht bis Dienstagabend, wenn die fünftägige Feuerpause endet, aus der Sicherheitszone, die Ankara errichten will, zurückgezogen haben. Dann wandte er sich an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit dem er an diesem Dienstag über die Sicherheitszone sprechen will. Sollte es zu keiner Lösung für die Einheiten der syrischen Armee kommen, die in der von der Türkei beanspruchten Zone stationiert sind, werde die Türkei „ihre eigenen Pläne“ durchsetzen, sagte Erdogan.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Russland steht jedoch gegenüber dem Regime in Damaskus und den Kurden im Wort. Der Kreml hatte zwischen den syrischen Kurden, die zu Beginn der türkischen Militäroperation am 9. Oktober nach dem Abzug der amerikanischen Truppen aus Nordsyrien die syrische Armee zu Hilfe gerufen haben, und dem Regime in Damaskus vermittelt. Seither übernahm die syrische Armee in Manbidsch und Kobane die Kontrolle von den kurdisch geführten „Syrisch-demokratischen Kräften“. Beide Städte liegen außerhalb des 120 Kilometer langen Streifens zwischen Ras al-Ain und Tall Abyad, in den die türkische Armee einmarschiert ist. Die Türkei will aber eine 440 Kilometer lange Sicherheitszone, die von Manbidsch im Westen bis zur irakischen Grenze im Osten verläuft und 30 Kilometer tief ist, kontrollieren.

          Unterstützt Moskau die Türkei abermals?

          Offenbar setzt die Türkei aber darauf, dass Moskau nach der Operation „Euphrat-Schild“ und „Olivenzweig“ nun auch die Operation „Friedensquelle“ unterstützt, die dritte türkische Offensive in Nordsyrien seit 2016. Mit der Unterstützung für die Türkei hatte Moskau mehrere Ziele erreicht. So mussten sich die Kurden zunächst auf die Verteidigung gegenüber der Türkei konzentrieren und überließen das umkämpfte Aleppo dem Regime. Bei dem türkischen Feldzug gegen Afrin 2018 ließ Russland die Türkei gewähren und die Kurden fallen, so dass sie erstmals das syrische Regime zu Hilfe riefen. Nun will Moskau zum einen erreichen, dass die Kurden ihre Autonomiebestrebungen aufgeben, und zum anderen, dass die Türkei das syrische Regime anerkennt. Somit würde Machthaber Baschar al Assad acht Jahre nach dem Beginn des Kriegs weitgehend die Kontrolle über ganz Syrien zurückerlangen.

          Syrische Rebellen unter Erdogans Befehl in der Grenzstadt Ceylanpinar
          Syrische Rebellen unter Erdogans Befehl in der Grenzstadt Ceylanpinar : Bild: Reuters

          Für die Türkei stehen bei der Errichtung der Sicherheitszone drei Punkte im Vordergrund. Der erste Punkt, die Rückführung syrischer Flüchtlinge, ist nicht im Interesse des syrischen Regimes. Wiederholt hat Machthaber Assad erklärt, dass in Syrien Stabilität nur mit einer „homogenen“ Bevölkerung möglich sei. Damit schließt er die Rückkehr von Syrern aus, die die Rebellen unterstützt oder mit ihnen gekämpft haben. In der Türkei wächst jedoch der Druck auf Präsident Erdogan, einen größeren Teil der auf knapp vier Millionen geschätzten syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzubringen.

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