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Auslieferung an die Türkei : Wer zahlt den Preis für den Deal mit Erdogan?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht am Donnerstag auf dem NATO-Gipfel in Madrid Bild: AFP

Um der NATO beizutreten, müssen Finnland und Schweden sich Erdogans Wünschen fügen. Unter Gegnern des türkischen Präsidenten macht sich Sorge breit.

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          Für Cemil Aygan scheint die Sache klar zu sein: Wenn Schweden ihn an die Türkei ausliefere, sei sein Leben vorbei. So hat er es dem schwedischen Sender SVT erzählt. Er war von den Siebzigerjahren an Mitglied der kurdischen Arbeiterpartei PKK, die er eigenen Angaben zufolge 1985 wieder verließ. Lange lebt er schon in Schweden, er war für die bürgerlichen Moderaten als Kommunalpolitiker aktiv. Er gehört aber auch zu den Personen, deren Auslieferung die Türkei bereits gefordert hat. Die Türkei bezeichne ihn als aktiven PKK-Terroristen, „das bin ich nicht“, sagt er.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Groß war in Schweden und Finnland die Erleichterung, als die beiden Länder kurz vor Beginn des NATO-Gipfels in Madrid eine Einigung mit der Türkei erzielen konnten. Lange hatte Ankara den Beitrittsprozess der beiden Länder blockiert, immer größer war die Nervosität im Norden geworden. Nach der ersten Erleichterung aber mehrten sich vor allem in Stockholm auch die kritischen Stimmen. Dabei ging es um die Frage, ob man der Türkei nicht zu viele Zugeständnisse gemacht habe – und ob es nun für die Kurden in Schweden gefährlich werden könnte.

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