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Erdogan teilt aus : Boykott und Pöbelei

Bild aus besseren Zeiten: Erdogan und Macron am 19. Januar 2020 in Berlin Bild: AFP

Frankreich will auch nach der Ermordung von Samuel Paty Karikaturen des islamischen Propheten zeigen. Der türkische Staatschef Erdogan reagiert entsetzt und teilt aus.

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          Tayyip Erdogan ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, noch einmal Kulturkampfstimmung zu schüren und gegen Emmanuel Macron auszuteilen. „Was hat dieses Individuum namens Macron für ein Problem mit dem Islam und Muslimen?“, fragte er am Samstag in einer Rede vor Getreuen seiner Regierungspartei AKP. Er schlug vor, der französische Präsident solle seinen „geistigen Zustand“ prüfen lassen. Der Anlass für Erdogans Ausbruch war eine Ankündigung Macrons aus der vergangenen Woche, in welcher der französische Präsident ausdrücklich ankündigte, dass Frankreich auch nach der grausamen Ermordung des Lehrers Samuel Paty nicht davon abrücken wolle, weiter Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed zu zeigen.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Paty war auf offener Straße von einem islamistischen Extremisten enthauptet worden. Er hatte seinen Schülern im Unterricht, als er das Thema Meinungsfreiheit behandelte, Mohammed-Karikaturen gezeigt. Sie gelten im Islam als Gotteslästerung, weil sie gegen ein – allerdings nicht unumstrittenes – Bilderverbot verstoßen. Paty wurde erst Ziel einer Hasskampagne und dann auf offener Straße von einem 18-Jährigen enthauptet.

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