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Wegen Streit um Pastor : Erdogan ordnet Sanktionen gegen amerikanische Minister an

  • Aktualisiert am

Eskaliert der Disput zwischen Trump und Erdogan? Bild: AP

Nach Amerikas Sanktionen gegen türkische Minister ergreift das Land nun Gegenmaßnahmen: Betroffen sind Jeff Sessions und Ryan Zinke – ihr Vermögen in der Türkei soll eingefroren werden.

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          Nach den amerikanischen Sanktionen gegen türkische Minister ergreift die Türkei entsprechende Gegenmaßnahmen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete am Samstag das Einfrieren möglicher Vermögen der amerikanischen Minister für Justiz, Jeff Sessions, und Inneres, Ryan Zinke, in der Türkei an, wie er in einer Fernsehansprache in Ankara bekanntgab. Hintergrund des Streits zwischen den beiden Nato-Partnern ist die Inhaftierung eines amerikanischen Pastors in der Türkei, dessen Freilassung Washington verlangt.

          Erdogan sagte in der Fernsehansprache: „Bis gestern Abend haben wir uns in Geduld geübt. Heute ordne ich an: Wir werden die Vermögen der amerikanischen Minister für Justiz und Inneres in der Türkei einfrieren, falls sie welche haben.“ Zugleich warnte der türkische Präsident vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Die Türkei wolle nicht Teil eines „Spiels“ mit Verlierern auf beiden Seiten sein. „Einen politischen und juristischen Streit auf die wirtschaftliche Ebene zu verlagern, schadet beiden Ländern“, sagte er.

          Pompeo: Zuversichtlich, dass Brunson bald freikommt

          Vorher hatte der amerikanische Außenminister Mike Pompeo gesagt, er sehe Chancen, dass der in der Türkei inhaftierte amerikanische Bürger bald freikomme. Er sei zuversichtlich, dass es in den nächsten Tage dazu komme, sagte Pompeo am Samstag in Singapur. Das Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu sei konstruktiv gewesen. Er habe deutlich gemacht, dass es höchste Zeit sei, den evangelikalen Prediger Andrew Brunson freizulassen und seine Rückkehr in die Vereinigten Staaten zu erlauben.

          Das Weiße Haus hatte am Mittwoch eine „unfaire und ungerechtfertigte“ Verfolgung Brunsons in der Türkei beklagt und Sanktionen verhängt gegen die türkischen Minister für Justiz und Inneres, Abdulhamit Gül und Süleyman Soylu, da diese für die Festnahme und Inhaftierung des Pfarrers verantwortlich seien. Demnach wird das Vermögen der beiden Minister in den Vereinigten Staaten eingefroren, und Amerikanern werden Geschäfte jeder Art mit ihnen verboten.

          Der amerikanische Pastor Andrew Brunson befindet sich seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sowie der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen in türkischer U-Haft. Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf die Freilassung des Pfarrers, der vor seiner Festnahme in der westtürkischen Küstenstadt Izmir zwei Jahrzehnte lang eine kleine Kirche betrieb. Vergangene Woche wurde Brunson zwar in den Hausarrest verlegt, doch wurde das Verfahren gegen ihn aufrecht erhalten.

          Anlass des Streits: Der amerikanische Pastor Andrew Brunson

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