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Erdogan kritisiert Macron : „Lassen Sie erstmal Ihren Hirntod überprüfen“

  • Aktualisiert am

Recep Tayyip Erdogan bei seiner Rede in der Marmara Universität in Istanbul Bild: AP

Der türkische Präsident Erdogan hat Frankreichs Staatschef Macron scharf angegriffen, nachdem dieser die Nato und die Syrien-Offensive der Türkei kritisiert hatte. Frankreich hat daraufhin den türkischen Botschafter einbestellt.

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          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat vor einem Nato-Gipfel in der kommenden Woche den französischen Präsidenten Emmanuel Macron scharf angegriffen. Zu dessen jüngsten Bemerkungen über die Nato sagte Erdogan am Freitag während einer Rede an einer Universität in Istanbul, dass sie das „Beispiel einer kranken Ideologie“ seien. „Was sagt er? ,Die Nato ist hirntot.’ Herr Macron, sehen Sie, ich sage es aus der Türkei und ich werde bei der Nato wiederholen: Lassen Sie erstmal Ihren Hirntod überprüfen.“ Frankreich hat darauf den türkischen Botschafter in Paris einbestellt.

          Macron hatte der Nato kürzlich in einem Interview mit dem „Economist“ den „Hirntod“ bescheinigt. Es gebe bei strategischen Entscheidungen keine Koordinierung zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Nato-Partnern. 

          Erdogan und Macron werden vor Beginn des Nato-Gipfels, der am Dienstag und Mittwoch anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Bündnisses stattfindet, zudem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister Boris Johnson zusammentreffen, um über die Lage in Syrien zu sprechen. Die Türkei war im Oktober im Norden des Landes einmarschiert, um dort die Kurdenmiliz YPG zu bekämpfen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Die Offensive war international massiv kritisiert worden.

          Macron hatte den Alleingang der Türkei am Donnerstag angegriffen und darauf aufmerksam gemacht, dass sie Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Gefahr gebracht habe. Erdogan erwiderte am Freitag, dass Frankreich in Syrien nichts zu suchen habe. Macron habe außerdem keine Ahnung vom Kampf gegen den Terror. Er sei „sehr unerfahren“.

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