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Türkei : Erdogan droht Amerika mit Schließung der Luftwaffenbasis Incirlik

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Nachdem Amerika der Türkei wegen des Kaufs russischer Raketen mit Sanktionen gedroht hat, lässt Präsident Erdogan nun verlauten, dass es in seiner Macht stehe, einen Luftwaffenstützpunkt mit amerikanischen Atomwaffen zu schließen.

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          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Vereinigten Staaten mit der Schließung der Luftwaffenbasis Incirlik gedroht. Sollte dies angesichts im Raum stehender amerikanischer Sanktionen und wegen der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch den amerikanischen Senat nötig werden, könne er dies tun, sagte Erdogan. Auch die Radarstation Kürecik könne er schließen. „Wenn sie uns mit der Umsetzung dieser Sanktionen drohen, müssen wir reagieren."

          Vergangene Woche hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bereits angedeutet, dass die Türkei im Fall von amerikanischen Sanktionen Amerika den Zugang zu Incirlik und Kürecik verwehren könnte.

          Amerikanische Senatoren fordern Sanktionen gegen die Türkei, weil diese im Sommer das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die amerikanische Regierung befürchtet unter anderem, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des amerikanischen Kampfjets F-35 gelangen könnte. Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die Vereinigten Staaten die Türkei aus dem F-35- Programm ausgeschlossen. Harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

          „Wir sehen den Status unserer Streitkräfte in der Türkei als Symbol für unser jahrzehntelanges Engagement, mit unserem Nato-Verbündeten und strategischen Partner Türkei zusammenzuarbeiten und ihn zu verteidigen“, sagte ein Pentagon-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Washington. „Das Ministerium ist bestrebt, diese Beziehung zu bewahren und die Türkei gleichzeitig zu ermutigen, eine konstruktivere Politik zu verfolgen, was S-400, Syrien und andere Bereiche angeht, in denen es Meinungsverschiedenheiten gibt.“

          Zusätzlich belastet die Beziehungen, dass der Senat den Massenmord an Armeniern vor rund 100 Jahren offiziell als Genozid eingestuft hat. Die Türkei, die aus dem Osmanischen Reich hervorgegangen ist, erkennt zwar an, dass zahlreiche Armenier während des Ersten Weltkriegs getötet wurden. Dass es sich dabei um einen systematischen Völkermord handelte, für den die Regierung des Osmanischen Reiches verantwortlich gewesen sei, bestreitet die Türkei aber.

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