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Neuer FPÖ-Chef Hofer : Er poltert nicht

Über Umwege zum neuen FPÖ-Chef: Norbert Hofer Bild: Reuters

Nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache wird Norbert Hofer neuer FPÖ-Chef. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat gilt als das freundliche Gesicht der Partei – und soll diese in ruhigere Gewässer steuern.

          „Seine erste Pressekonferenz als designierter FPÖ-Obmann“, stand auf den Bildschirmen in den Räumlichkeiten der rechten österreichischen Partei, als Norbert Hofer am Montagvormittag dort seinen Auftritt hatte. Eine PK in dem Sinne war es aber nicht. Vielmehr las Hofer einen länglichen Text vor, in dem er seine Befindlichkeit und seinen politischen Werdegang, dann auch seine politischen Absichten umriss. Fragen waren nicht zugelassen.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Dabei umgarnte er nicht nur die sozialdemokratische SPÖ wortreich, sondern auch die Medien als „vierte Macht“. Ausdrücklich und besonders erwähnte er die journalistische Arbeit der linksalternativen Wochenzeitung „Falter“, was eine anwesende Redakteurin des Blattes zum spöttischen Zwischenruf veranlasste, sie wolle jetzt ein Interview.

          Unter dem Radar

          Hofer, der nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache die Partei führen soll, pflegt sein Image als das freundliche Gesicht der FPÖ. Erarbeitet hat er es sich in seinen Jahren als dritter Parlamentspräsident bis vor zwei Jahren, seine Amtsführung galt auch bei Politikern der anderen Fraktionen als einwandfrei und überparteilich. Auch sonst vermeidet er es, polternd rechte Parolen vorzutragen, selbst auf Parteitagen, auf denen zum Beispiel Herbert Kickl regelmäßig große Erfolge feiert.

          Hofer war daher als Kandidat der FPÖ bei der Direktwahl des Bundespräsidenten 2016 eine Idealbesetzung, selbst wenn er eher ungewollt in diese Aufgabe schlitterte. Es gelang ihm, über das klassische FPÖ-Milieu hinaus zu greifen. Er scheiterte mit zwei Millionen Stimmen erst nach drei Wahlgängen an dem Grünen Alexander Van der Bellen.

          Dabei ist Norbert Gerwald Hofer ideologisch durchaus fest in der FPÖ, wie sie auch Strache verkörperte, verankert. Er ist Autor von Grundsatzpapieren der Partei und Mitglied einer deutschnationalen Burschenschaft. Die „Marko-Germania zu Pinkafeld“, eine Mittelschüler-Burschenschaft, wählte sich ihn lange nach seiner Schülerzeit zum Ehrenmitglied. Nach der Matura an einer Höheren Technischen Lehranstalt in der Fachabteilung Flugtechnik arbeitete er als Flugtechniker.

          Aufgrund seiner Berufspraxis als System- und Bordingenieur bei der damaligen Luftfahrtgesellschaft Lauda Air erhielt er den Berufstitel „Ingenieur“. Auch privat ist Fliegen seine Leidenschaft, bis heute, obwohl er wegen eines Paraglider-Unfalls im Jahr 2003 gehbehindert ist. In zweiter Ehe verheiratet, hat er insgesamt vier Kinder.

          Pinkafeld im Burgenland, nicht weit von der ungarischen Grenze, ist Hofers Heimat. Im Burgenland machte er im Gemeinderat von Eisenstadt, in der Landespartei und im Landesparlament seine ersten politischen Schritte. Seit 2005 war er in der Bundespartei stellvertretender Vorsitzender, seit 2006 saß er im Nationalrat, 2017 wurde er Infrastrukturminister.

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          Wegen seines Erfolgs als Präsidentschaftskandidat hielt sich das Gerücht, er könne Strache die Nummer eins in der Partei streitig machen. Er dementierte das stets und gab durch eigene Äußerungen dazu auch keinen Anlass. Nun kommt es aufgrund von Umständen, an denen er offensichtlich in keiner Weise beteiligt war, doch dazu.

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