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Weckruf an die EU : Entwicklungsminister Müller will einen Afrika-Kommissar

  • Aktualisiert am

Entwicklungsminister Gerd Müller (hier Anfang Juli im Bundestag) fordert von der EU mehr Aufmerksamkeit für Afrika. Bild: dpa

Entwicklungsminister Müller fordert von der EU, sich mehr um Afrika zu kümmern – am besten mit einem eigenen Kommissar. Dabei hat er nicht nur die Flüchtlinge im Blick, sondern auch China und Russland.

          Entwicklungsminister Gerd Müller hat sich für die Schaffung eines Afrika-Kommissars der Europäischen Union ausgesprochen. Bei ihm sollten „alle Fäden einer in sich stimmigen Afrika-Politik zusammenlaufen“, sagte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Montag).

          Der EU-Haushalt müsse neue Prioritäten setzen, statt an den Vorstellungen der 80er Jahre festzuhalten. Von 2021 bis 2027 wolle die EU für Afrika 39 Milliarden Euro ausgeben. „Das ist ein Zehntel dessen, was für die Agrarpolitik vorgesehen ist und ein Beleg dafür, wie wenig wir Afrika als Chancenkontinent wahrnehmen“, kritisierte Müller.

          China und Russland investierten dagegen massiv und sicherten sich knappe Rohstoffe wie Coltan und Lithium für die Digital- und Elektroindustrie. „Europa ist gerade dabei, Afrika als Jahrhundertchance zu verpassen“, warnte Müller.

          Zugleich kündigte der Minister an, in Transitzentren nahe der afrikanischen Herkunftsländer solle verstärkt über die Gefahren einer Flucht aus Afrika Richtung Nordeuropa informiert werden. „Es sterben drei Mal mehr Flüchtlinge auf dem Marsch durch die Wüste als im Mittelmeer“, sagte Müller der Zeitung. Zusammen mit Partnern wie Frankreich und Großbritannien wolle er in Nigeria, Eritrea und Somalia „vor Illusionen über Europa warnen“.

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