https://www.faz.net/-gpf-a7oel

Enthüllung über Putin : Nawalnyjs nächster Paukenschlag

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj wird am Montag aus einer Polizeistation nahe Moskau gebracht. Bild: AFP

Kaum hat der Kreml Alexej Nawalnyj nach dessen Rückkehr weggesperrt, kommt von den Mitstreitern des Oppositionspolitikers eine neue Korruptionsenthüllung. Erstmals geht es um Präsident Wladimir Putin persönlich.

          4 Min.

          Vom Dach mit Stacheldraht hängen Eiszapfen. Der beige-blassgelbe Putz der Fassade bröckelt an manchen Stellen. Unterhalb der Gitterfenster liegt ein neuer, bunter Spielplatz. Zwischen Schaukeln und Mauern kann man noch wild parken, eine Seltenheit im modernisierten Moskau. Vor den Eingängen warten Polizisten in Streifen- und Mannschaftswagen, womöglich als Reserve, falls Unterstützer Alexej Nawalnyjs auftauchen. Denn hier, im „Untersuchungsgefängnis Nummer 1“ im Nordosten von Moskau, ist seit Montagabend Russlands prominentester Gefangener inhaftiert, für dessen Freilassung sich der Westen in seltener Einmütigkeit einsetzt. „Wir haben nicht vor, auf solche Erklärungen zu hören“, sagt Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow am Dienstag. Der Fall Nawalnyj sei Russlands „absolut innere Angelegenheit“.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Das Gefängnis liegt in der Matrosenruhe-Straße und wird allgemein so genannt: „Matrosenruhe“. Die Strafvollzugsbehörde, der das Gefängnis untersteht und die Nawalnyj am Montag für zunächst 30 Tage in Haft nehmen ließ, referiert auf ihrer Website im stolzen Ton der Kontinuität die Geschichte der „Matrosenruhe“, begonnen 1771 unter Zarin Katharina der Großen als Zwangseinrichtung für „allzu freche“ Untertanen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wer suchte den Kontakt zum Gesundheitsminister? Jens Spahn vergangene Woche im Bundestag

          Konsequenzen aus Masken-Affäre : Ein Kodex und Spahns heikle Liste

          Mit Verhaltensregeln und einem „Sanktionsregime“ will die Unionsfraktion auf die Vorwürfe gegen Nikolas Löbel und Georg Nüßlein reagieren. Für Unruhe könnte eine Ankündigung des Gesundheitsministers sorgen.
          Arbeiten schon lange erfolgreich zusammen: der CDU-Vorsitzende Armin Laschet (links) und Nathanael Liminski (rechts)

          CDU-Vorsitzender : Laschets Vertraute

          Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident ist jetzt Bundesvorsitzender der CDU – und hat noch einiges vor. Auf wessen Rat hört er?