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Terroranschlag auf Lehrer : Eine Hinrichtung mit Ansage

Menschen im Pariser Vorort Conflans St Honorine gedenken am Samstag Samuel Paty. Bild: Reuters

Samuel Paty galt als engagierter und umsichtiger Lehrer. Dennoch wurde er zum Opfer eines Islamisten. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft präsentiert Details des Tathergangs, die beunruhigen.

          6 Min.

          „Ich bin mehr denn je Charlie“, sagt Premierminister Jean Castex, während sich am Sonntagnachmittag auf dem Platz der Republik in Paris und in anderen französischen Großstädten schockierte und trauernde Menschen zu einer Hommage auf den ermordeten Geschichtslehrer Samuel Paty versammelten. Der „eindeutig islamistische Terroranschlag“, wie es Präsident Emmanuel Macron formulierte, hat die verunsicherte Nation ins Mark getroffen.  In die Erschütterung mischt sich Wut. Warum musste ein Pädagoge sterben, nur weil er seinen Schülern die Mohammed-Karikaturen zeigte, fragte die Redaktion von „Charlie Hebdo“ in ihrem Demonstrationsaufruf. Der Präsident hat für Mittwoch einen nationalen Trauerakt angekündigt. „Vor dem islamistischen Terrorismus werden wir nicht zurückweichen“, sagte   Macron am Tatort in Conflans-Sainte-Honorine, einem beschaulich am Seine-Fluss gelegenen Ort nordwestlich von Paris.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Aber hat der Staat wirklich alles getan, um die Lehren aus dem Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2015 zu ziehen?  Francois Fillon, der im Präsidentschaftswahlkampf 2017 zum entschlossenen Kampf gegen den „islamischen Totalitarismus“ aufrief, meldete sich erstmals seit seiner Verurteilung wieder zu Wort: „Ein enthaupteter Lehrer. Die Barbarei beginnt an der nächsten Straßenecke. Dahin führt der islamische Totalitarismus, den ich unzählige Male denunziert habe. Keine Blindheit mehr, kein Zurückweichen! Wir müssen alle zusammen machtvoll handeln.“  Marine Le Pen sagte: „Der Islamismus führt Krieg gegen uns: Wir müssen ihn mit Gewalt aus unserem Land vertreiben.“

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