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Entführung vor Somalia : Deutsches Frachtschiff „Victoria“ wieder frei

  • Aktualisiert am

Endlich in Freiheit? Die „Hansa Stavanger”, hier auf einem Archivbild Bild: dpa

Somalische Piraten haben das gekaperte deutsche Frachtschiff „Victoria“ wieder freigelassen. Entsprechende Berichte bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin. An Bord befanden sich keine deutschen Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Piraten wurden 1,8 Millionen Dollar Lösegeld bezahlt.

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          Das Anfang Mai von somalischen Piraten im Golf von Aden gekaperte deutsche Schiff „MV Victoria“ ist wieder frei. „Ich kann bestätigen, dass sich das Schiff nicht mehr in der Hand von Piraten befindet“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA) am Samstag in Berlin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Schiff gehört der niedersächsischen Reederei Intersee aus Haren an der Ems. An Bord befanden sich aber laut AA keine deutschen Besatzungsmitglieder.

          Der Piratenanführer Mohammed Abdi hatte zuvor der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat gesagt, seine Gruppe habe in der Nacht zu Samstag ein deutsches Schiff und dessen Besatzung freigelassen. Zuvor hätten sie ein Lösegeld von 1,8 Millionen Dollar (1,3 Millionen Euro) erhalten. Das Schiff sei bereits „weggefahren“. Die Angaben über die Freilassung des Schiffes wurden von mehreren Stammesführern in dem Ort bestätigt.

          Berichte, wonach das ebenfalls von Piraten entführte deutsche Schiff, die Anfang April gekaperte „Hansa Stavanger“, frei gelassen wurde, konnte der Sprecher des AA nicht bestätigen. „Der Krisenstab arbeitet weiterhin mit Hochdruck an einer Lösung“, betonte er. Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seeleuteverband bestätigte der dpa ebenfalls, dass es sich bei dem frei gekommenen Schiff um die MV Victoria handelt.
          „Es gab zunächst widersprüchliche Informationen, es könne sich bei dem freigekommenen Schiff um die Hansa Stavanger handeln“, sagte er. Das Problem bei den Gesprächen um die Freilassung der Hansa Stavanger sei, dass die deutsche Reederei zunächst wohl mit einem „falschen Verhandlungsteam“ gesprochen habe, das im Gegensatz zu den eigenen Angaben nicht im Namen der Piraten über Lösegeld verhandelte.

          Anklage gegen Reederei

          Die im Raum München lebende Ehefrau des Kapitäns der „Hansa Stavanger“ will unterdessen die Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. „Es liegt in der Hand der Reederei, die Geiselnahme zu beenden“, sagt sie laut „Spiegel“. Das Unternehmen feilsche extrem hart um das Lösegeld und bewege sich nicht mehr. Die „Hansa Stavanger“ mit 24 Besatzungsmitgliedern - darunter fünf Deutsche - war Anfang April gekapert worden.

          Der Frachter „MV Victoria“ war 120 Seemeilen nördlich der somalischen Hafenstadt Boosaaso überfallen worden. Es war das siebte deutsche Schiff, das binnen Jahresfrist in die Gewalt der Seeräuber kam. An Bord befand sich eine elfköpfige, ausschließlich rumänische Besatzung. Das Schiff war auf dem Weg von Indien nach Saudi-Arabien und fährt unter der Flagge Antiguas. Es hat 10.000 Tonnen Reis geladen.

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