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Türkei : Drei entführte Journalisten wieder frei

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In der Türkei wächst die Spannung zwischen Kurden und Regierung. Kämpfer der PKK haben drei Journalisten der Nachrichtenagentur Anadolu verschleppt - und nun wieder freigelassen.

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          Drei Journalisten der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sind nach Agenturangaben im kurdischen Südosten des Landes von Rebellen verschleppt und nach anderthalb Tagen wieder freigelassen worden. Die drei Männer seien am Freitagnachmittag in der Region Nusaybin in der Provinz Mardin entführt und am Sonntag wieder freigelassen worden, meldete Anadolu.

          Dem Bericht zufolge wurden ein Korrespondent, ein Kameramann und ein Fotograf von Kämpfern der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verschleppt. Am Sonntag seien sie dann Abgeordneten der prokurdischen Partei HDP übergeben worden. Die Männer seien wohlauf, jedoch habe man ihnen ihre Ausrüstung entwendet.

          Anadolu ist die größte Nachrichtenagentur der Türkei. Sie verfügt über ein großes Korrespondentennetzwerk im In- und Ausland und gilt als regierungsfreundlich.

          Türkische Sicherheitskräfte und PKK-Kämpfer liefern sich in Nusaybin und anderen Kurdengebieten im Südosten des Landes seit drei Monaten heftige Gefechte, bei denen bereits mehr als 200 Zivilisten getötet worden sein sollen. Außerdem beschießt die Türkei seit einer Woche Stellungen der Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens. Die Kurden waren dort zuletzt vorgerückt und hatten andere Rebellen aus mehreren Ortschaften verdrängt.

          Präsident Recep Tayyip Erdogan verteidigte das türkische Vorgehen gegen die YPG als „legitime Verteidigung“. Niemand könne der Türkei das Recht absprechen, „sich angesichts von Terroranschlägen zu verteidigen“, sagte Erdogan laut der Nachrichtenangentur Dogan am Samstagabend in einer Rede in Istanbul. Die Vereinigten Staaten, die die YPG auch militärisch unterstützen, und weitere Länder hatten die Türkei zuvor zur Zurückhaltung aufgerufen.

          Am Mittwoch waren bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in der türkischen Hauptstadt Ankara 28 Menschen getötet worden. Zu der Tat bekannte sich die Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), die sich von der PKK abgespalten hatte. Die türkische Regierung gab der YPG die Schuld für den Anschlag. Die Gruppe bestritt jedoch jede Verwicklung in die Tat.

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