https://www.faz.net/-gpf-aavg4

Senkung von CO2-Ausstoß : Johnson verschärft britisches Klimaziel

Boris Johnson im Februar 2020 in London Bild: AP

Bis 2035 will Premierminister Johnson die CO2-Emissionen des Landes um 78 Prozent des Niveaus aus dem Jahr 1990 senken. 2050 soll es gar keinen Ausstoß von Kohlendioxid mehr geben.

          1 Min.

          Die britische Regierung will sich zu hochgesteckten Klimaschutzzielen verpflichten. Laut Zeitungsberichten wird Premierminister Boris Johnson noch in dieser Woche ankündigen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2035 um 78 Prozent des Niveaus von 1990 zu senken. Damit geht die Regierung über ihr bisheriges – im internationalen Vergleich schon weitgehendes – Ziel hinaus, den Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 68 Prozent zu verringern.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Dem Vernehmen nach soll die Ankündigung vor der internationalen Klimakonferenz am Donnerstag bekanntgegeben werden. Dort will der amerikanische Präsident Joe Biden über die Zielmarken seiner Regierung informieren. Johnson, Gastgeber des Weltklimagipfels in Glasgow am Ende des Jahres, bemüht sich, mit Biden eine klimapolitische Führungsrolle einzunehmen. Als einer der Regierungschefs hatte er angekündigt, den CO2-Ausstoß bis 2050 auf null zu senken, und andere zur Nachahmung aufgerufen.

          Oppositionsparteien und Klimaaktivisten begrüßten die neuen Marken. Ed Miliband, klimapolitischer Sprecher der Labour Party, sagte jedoch auch, die Regierung stecke sich hohe Ziele, ohne zu liefern. Kritisiert wird, dass die Regierung ein neues Kohlebergwerk erlaubt und weitere Lizenzen für die Gasförderung ausgestellt hat sowie eine Flughafenerweiterung in London plant. Die Regierung verweist auf ihr Verbot von Benzin- und Dieselautos vom Jahr 2030 an und Investitionen in die Windenergie.

          Laut der britischen Klimaschutzkommission erfordert das Erreichen der neuen Zielmarke einen Umbau der Wirtschaft. Genannt wird eine klimaneutrale Strom- und Wärmeversorgung, aber auch ein geringerer Konsum von Fleisch sowie eine Aufforstung der Wälder.

          Weitere Themen

          Union sieht Verantwortung bei Scholz Video-Seite öffnen

          Wirecard-Skandal : Union sieht Verantwortung bei Scholz

          Der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Wirecard-Untersuchungsausschuss, Matthias Hauer, hat in dem Skandal schwere Vorwürfe gegen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erhoben.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.