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Europas Energieversorgung : Guter Vorsatz

Energie wird für Verbraucher immer teurer. Die Parteien, die in Berlin über eine Koalition verhandeln, wollen die Versorgung diversifizieren. Bild: AP

SPD, Grüne und FDP wollen die Energieversorgung diversifizieren. Ein guter Vorsatz. Abhängigkeiten wie die von russischem Gas dürfen nicht wuchern.

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          Steigende Kraftstoff- und Gaspreise sowie die Diskussion über die Gründe dafür geben einen Vorgeschmack auf die Bedeutung, welche Energie- und Energieaußenpolitik künftig haben werden. Das Thema Nord Stream 2, politisch hochbrisant und umstritten, wird dabei nur eines von mehreren sein, das die mutmaßlichen Koalitionäre künftig beschäftigen wird.

          Hoffentlich wird dann nicht so getan, wie bei Nord Stream lange geschehen, als sei die Lieferung russischen Erdgases nach Deutschland eine rein wirtschaftliche Angelegenheit zwischen Produzenten (weitgehend unter staatlicher Kontrolle) und privaten Konsumenten. Europas Versorgung mit Energie hat eminent viel mit Außen- und Sicherheitspolitik zu tun. Die Ukraine weiß ein Lied davon zu singen.

          SPD, Grüne und FDP haben sich vorgenommen, die Energieversorgung in Deutschland (und Europa) zu diversifizieren. Der Vorsatz ist gut; das darf nicht nur für Energieträger gelten, sondern auch für die Anbieter von Energie. Die russischen Gaslieferungen sind zuletzt merklich zurückgegangen, die Gasspeicher sind so leer wie schon lange nicht mehr. Fossile Brennstoffe werden auch in der klimapolitisch gewollten Phase des Übergangs eine Rolle spielen. Gravierende, politisch manipulierbare Abhängigkeiten von Autokratien aber sind höchst riskant.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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