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Energiekrise in Großbritannien : Wäsche nur noch nachts waschen

Die britische Premierministerin Liz Truss in Prag Bild: AP

Den Briten drohen wohl doch Stromausfälle. Premierministerin Truss will das aber nicht aussprechen, eine Energiesparkampagne ließ sie stoppen. Kritiker sehen darin eine „idiotische Entscheidung“.

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          Noch vor fünf Wochen, kurz vor ihrer Wahl zur neuen Premierministerin, hatte Liz Truss explizit „ausgeschlossen“, dass es zu Engpässen in Großbritannien kommen und Energie rationiert werden könne. Als sie nun am Donnerstag, auf dem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Prag, von Journalisten gefragt wurde, ob sie Stromausfälle in diesem Winter ausschließen könne, verweigerte sie die Antwort. Stattdessen sagte sie nur, das Vereinigte Königreich habe eine „gute Versorgung“ und sei „in einer deutlich besseren Lage als viele andere Länder“. Großbritannien werde „durch den Winter kommen“.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.
          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Eben dies wurde am Freitag vom (überwiegend) britischen Netzbetreiber „National Grid“ in Frage gestellt. Sowohl private Haushalte als auch Unternehmen liefen Gefahr, von bis zu drei Stunden langen Stromausfällen betroffen zu sein, sofern der Ukrainekrieg die Importe aus Europa zurückgehen ließe, hieß es. Die Briten würden demnächst aufgerufen werden, elektrische Geräte wie Waschmaschinen nur noch nachts einzuschalten, um Probleme in den Stoßzeiten zu verhindern. Eine andere Notfallmaßnahme des Betreibers sieht vor, Haushalten und Unternehmern Geld anzubieten, wenn sie zu Stoßzeiten den Strom abschalten. Angesprochen auf Truss´ Weigerung, Stromausfälle auszuschließen, sagte Graham Stuart, Staatssekretär für Klimaschutz, am Freitag in London: „Die Ereignisse haben sich entwickelt.“

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