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Kein Kampfeinsatz mehr : Auch im Irak endet für Amerika eine Ära

Amerikanische Soldaten in Bagdad Bild: Reuters

Bald werden die amerikanischen Soldaten aus Afghanistan abgezogen sein. Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus hat nicht mehr die Bedeutung wie noch vor Jahren – hoffentlich rächt sich diese Herabstufung nicht.

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          Wenn sich die Terroranschläge von „9/11“ demnächst zum 20. Mal jähren, wird der Abzug der amerikanischen Soldaten aus Afghanistan abgeschlossen sein. Im Irak, dem mittelöstlichen Schauplatz, auf dem die damalige Regierung Bush die Neuordnung der Region mit militärischen Mitteln anstrebte, werden zwar weiterhin amerikanische Truppen stationiert sein – sie sollen vor allem irakische Soldaten ausbilden –, der Kampfeinsatz aber wird zum Jahresende beendet.

          Auch darin kommt das „Ende einer Ära“ zum Ausdruck: Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus hat nicht mehr die Bedeutung wie noch vor Jahren – hoffentlich rächt sich diese Herabstufung nicht –, die Vereinigten Staaten ziehen sich aus den Verstrickungen in dieser Region zurück. Und wer rückt ein?

          Amerikas Rückzug hat einen Preis

          Im Irak ist das offensichtlich: Iran wird versuchen, seinen Einfluss, ausgeübt auch über schiitische Milizen, auszuweiten, um seine Stellung auszubauen. In Afghanistan gibt es gleich mehrere ausländische Interessenten, die versucht sein könnten, die prekäre Sicherheitslage auszunutzen. Doch sind es vor allem die Taliban, die nach der Kontrolle über das Land streben, nicht zuletzt über die Hauptstadt Kabul.

          Washingtons Rückzug, der angesichts der Interventionsmüdigeit der Amerikaner allzu verständlich ist, hat einen Preis. Ihn werden Afghanen und Iraker entrichten – und jene Länder, die mit neuen Flüchtlingswellen konfrontiert werden dürften. Wie gesagt, eine Ära geht zu Ende. Amerika hat andere Prioritäten; sie liegen unter anderem im „Wiederaufbau“ des eigenen Landes.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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