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Empörung in Rumänien : Regierungsberater stellt Präsidenten mit Hitlerbart dar

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Im Februar wurde Darius Valcov wegen Korruption zu acht Jahren Haft verurteilt. Dennoch gilt er als wichtiger Berater der Regierung. Bild: AP

Mit einem Video hat der frühere rumänische Finanzminister Darius Valcov eine Welle der Empörung ausgelöst. In dem Clip stellte er den Präsidenten des Landes mit einem Hitlerbart dar und grüßte „Heil Iohannis“.

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          Die Verunglimpfung von Präsident Klaus Iohannis in einer Hitler-Fotomontage hat am Montag in Rumänien für Empörung gesorgt. Ein Berater der Regierung, Ex-Finanzminister Darius Valcov, hatte auf Facebook einen kurzen Videoclip veröffentlicht, auf dem der Rumäniendeutsche Iohannis mit Hitlerbart und dem Kommentar „Heil Iohannis“ zu sehen ist. Die Opposition forderte daraufhin Valcovs Rücktritt, in Online-Netzwerken wurden hunderte negative Kommentare gepostet.

          Valcov ist wichtiger Berater der Regierung, die sich regelmäßig harte politische Konflikte mit dem Präsidenten liefert. Als Reaktion auf die Kritik löschte Valcov den Clip. Der ehemalige Finanzminister war im Februar in erster Instanz wegen Korruption zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er ist Mitglied der regierenden sozialdemokratischen Partei PSD. Die deutsche Minderheit in Rumänien, die vom Demokratische Forum der Deutschen (FDGR) vertreten wird, kritisierte Valcovs Clip scharf. Derartige Angriffe seien „erbärmlich“, besonders angesichts der im Januar 2019 anstehenden EU-Ratspräsidentschaft Rumäniens, sagte FDGR-Präsident Paul-Jürgen Porr der Nachrichtenagentur AFP.

          Erst vergangene Woche war Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu seinem Antrittsbesuch nach Rumänien gereist. Zu dem Anlass hatte Rumäniens Topdiplomat Teodor Melescanu noch versichert, jegliche Diskriminierung der deutschen Minderheit in Rumänien zu verurteilen. Präsident Iohannis ist ein Gegenspieler der Regierung.

          Er hat sich den Kampf gegen Korruption und für Rechtsstaatlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Er war 2014 der erste Vertreter der deutschsprachigen Minderheit, der als Präsident gewählt wurde. Die Minderheit hat etwa 36.000 Angehörige.

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