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Macrons politische Werte : Souverän bleiben durch Europa

Europäischer Schulterschluss am 29. März in Paris mit Chinas Präsident Xi Jinping Bild: AFP

China als „systemischen Rivalen“ der EU: Ist das angesichts der wirtschaftlichen Abhängigkeit sinnvoll? Für Macron jedenfalls ist der Umgang der Exportnation ein Exempel auf neue Formen europäischer Kooperation.

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          Mit besonderer Aufmerksamkeit wird in Paris die Reise der Bundeskanzlerin nach China verfolgt. Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass Angela Merkel an der Seite von Emmanuel Macron und Jean-Claude Juncker im Elysée-Palast gegenüber dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping einen europäischen Schulterschluss vorführte. Die Bundeskanzlerin, der französische Präsident und der EU-Kommissionspräsident zeigten dem Gast aus Peking symbolisch, dass sie sich von ihm, anders als die damalige Populistenregierung in Rom, nicht auseinanderdividieren lassen wollten.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Macron feierte den weltpolitisch einmaligen Auftritt als ersten Schritt hin zu einer europäischen Souveränität. Als Ziel nannte er eine neue Form der europäischen Kooperation mit China beim Klimaschutz, bei der Entwicklungshilfe für Afrika und der Bewahrung einer von Freihandel bestimmten Wirtschaftsordnung. Der französische Präsident führt seit langem das Konzept der Souveränität auf seinen Kern zurück: auf den der Selbstbestimmung. Die Bundeskanzlerin, so schien es zumindest, stimmte Macrons Anspruch auf eine eigenständige Politik der EU-Partner gegenüber China zu. Sie hatte schon zuvor gebilligt, dass die EU-Kommission China fortan einen „systemischen Rivalen“ nennt.

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