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Laut Elysée-Palast : Macron positiv auf Coronavirus getestet

Macron am Mittwoch: Frankreichs Präsident empfängt den portugiesischen Ministerpräsidenten. Bild: AFP

Laut dem Elysée-Palast hat sich der französische Präsident mit dem Coronavirus infiziert. Macron begebe sich nun in Quarantäne. Er hatte zuletzt an einem OECD-Treffen mit Ursula von der Leyen teilgenommen.

  • -Aktualisiert am
          2 Min.

          Ein Testergebnis wirbelt in Frankreich alle politischen Planungen durcheinander: Emmanuel Macron ist „nach Erscheinen der ersten Symptome“ am Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet worden. Der Elysée-Palast teilte mit, der Präsident werde sich für sieben Tage in Isolation begeben. Auch Premierminister Jean Castex, der am Donnerstag im Senat die Impfstrategie vorstellen sollte, hat sich für eine Selbstisolierung entschieden. Er gilt als Kontaktfall, da er in den vergangenen Tagen häufig im Austausch mit dem Präsidenten stand.

          Das gesamte Regierungskabinett, das am Mittwochvormittag mit dem Präsidenten um einen Tisch saß, müsse jedoch nicht isoliert werden, betonte der Elysée-Palast. Alle Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand, Maskentragen und Hände reinigen seien bei der Kabinettssitzung respektiert worden. Es ist anzunehmen, dass der portugiesische Ministerpräsident Antonio Costa als Kontaktfall gilt. Denn er war am Mittwoch zum Mittagessen im Elysée-Palast eingeladen und hatte ohne Maske dem Präsidenten bei Tisch gegenüber gesessen. Bereits am Montag, also mutmaßlich vor den ersten Symptomen, waren der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez und EU-Ratspräsident Charles Michel zu einem Mittagessen mit Macron gekommen.

          Anlässlich des 60. Bestehens der OECD war auch die EU-Kommissionsvorsitzende Ursula von der Leyen am Sonntag zu einem Gespräch mit Macron zusammengetroffen. Nach den langen Verhandlungen beim EU-Gipfel in Brüssel am 11. Dezember war Macron ohne Maske fotografiert worden. Auch bei der Begegnung mit den Mitgliedern des Bürgerkonvents für das Klima am 14. Dezember trug er keine Gesichtsschutzmaske, war allerdings von den Teilnehmern durch zwei Tische getrennt.

          Am Mittwochabend sind 17.615 Neuinfektionen in Frankreich gemeldet worden. Damit ist das angepeilte Ziel, zum 16. Dezember die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf unter 5000 zu senken, verfehlt worden. Bei den zur Verfügung stehenden Intensivbettenplätzen hat sich die Lage jedoch entspannt. Die Auslastung liegt bei 56,1 Prozent, im Großraum Paris bei 54,7 Prozent. In ganz Frankreich waren am Mittwochabend 2850 Covid-19-Kranke in Intensivbehandlung. Der R-Wert lag bei 0,83. In Frankreich gilt eine abendliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens. Zu Weihnachten soll die Zahl der Gäste auf maximal sechs Erwachsene begrenzt werden. An Silvester soll nach Wunsch der Regierung auf eine Feier verzichtet werden.

          In seinem jüngsten Interview mit der Redaktion „Brut“ hatte Macron gerade die jüngeren Franzosen zur Vorsicht aufgrund des nach wie vor aktiven Infektionsgeschehens aufgefordert. „Das wird noch ein paar Wochen, vielleicht einige Monate dauern“, warnte er. Seine Reise in den Libanon, die er zu seinem Geburtstag antreten wollte, muss er verschieben. Er wollte damit ein Versprechen einlösen, das er der Bevölkerung in Beirut gegeben hatte. Macron wird am Montag 43 Jahre alt.

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