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Syrien : Macron droht mit Vergeltung bei neuen Chemiewaffen-Angriffen

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„Rote Linie“ in der Tradition Obamas: Macron am Montag mit Putin in Versailles Bild: AP

Starke Worte in Richtung Assad-Regime: Bei seinem Treffen mit Russlands Präsident Putin hat Frankreichs Präsident Macron vor dem Einsatz von Chemiewaffen in Syrien gewarnt. Das sei eine „rote Linie“, deren Überschreitung Vergeltungsmaßnahmen Frankreichs nach sich zögen.

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          Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat Vergeltungsmaßnahmen bei neuen Giftgasangriffen in Syrien angedroht. Der Einsatz von Chemiewaffen in dem Konflikt sei eine „rote Linie“, sagte Macron am Montag bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Schloss von Versailles.

          Jeder Chemiewaffen-Angriff in Syrien werde einen „sofortigen Gegenschlag“ Frankreichs zur Folge haben. Zugleich warb Macron für eine engere „Partnerschaft“ mit Russland im Syrien-Konflikt. Islamistische Gruppen wie die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) müssten „ausgerottet“ werden. Zugleich müsse es in dem Bürgerkriegsland einen demokratischen Wandel geben.

          Der französische Präsident und der russische Staatschef hatten sich am Montag in Versailles erstmals zu Gesprächen getroffen. Dabei ging es auch um den Ukraine-Konflikt und Berichte über eine Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien, wie Macron sagte. Der französische Präsident sprach von „offenen und direkten“ Gesprächen.

          Putin rief Frankreich zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf. Er habe Macron vorgeschlagen, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu gründen, die sich in Moskau und Paris treffe, sagte der russische Präsident. Zugleich stärkte er indirekt seinem engen Verbündeten Syrien den Rücken. „Es ist unmöglich, gegen die Terrorgefahr zu kämpfen, indem man die Staatlichkeit in Ländern zerstört, die ohnehin schon unter innenpolitischen Problemen und Widersprüchen leiden“, so Putin. Russland unterstützt die syrische Regierung im Bürgerkrieg militärisch. Frankreich und der Westen fordern eine politische Zukunft Syriens ohne Präsident Baschar al-Assad. Putin sagte, in manchen Punkten zum Syrien-Konflikt stimmten Frankreich und Russland überein. Dies sei eine Grundlage, die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Paris intensiver zu gestalten.

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          Weder die mehrfach erklärte Waffenruhe noch der Abzug von schwerem Kriegsgerät sind aber bisher umgesetzt. Seit mehr als drei Jahren bekämpfen sich Regierungseinheiten und von Moskau unterstützte Separatisten. Nach UN-Schätzungen sind etwa 10.000 Menschen getötet worden.

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