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Kritik an Verteidigungsbündnis : Macron bescheinigt Nato den „Hirntod“

  • Aktualisiert am

Der französische Präsident im Juli 2018 bei einem Nato-Treffen in Brüssel Bild: Reuters

Der französische Präsident kritisiert, dass es bei strategischen Entscheidungen „keinerlei Koordination“ zwischen den Vereinigten Staaten und den europäischen Nato-Partnern gebe – und mahnt, Europa müsse seine militärische Souveränität wiedererlangen.

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          Wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel zum siebzigjährigen Jubiläum der Allianz hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Verteidigungsbündnis in Frage gestellt. „Was wir derzeit erleben, ist der Hirntod der Nato“, sagte Macron der britischen Zeitschrift „The Economist“ in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Es gebe „keinerlei Koordination bei strategischen Entscheidungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Nato-Verbündeten“.

          „Wir finden uns das erste Mal mit einem amerikanischen Präsidenten wieder, der unsere Idee des europäischen Projekts nicht teilt“, sagte Macron weiter. Zudem zeige das Nato-Land Türkei ein „unkoordiniertes, aggressives“ Vorgehen in einem Bereich, in dem die Sicherheitsinteressen aller berührt seien. Damit spielte er auf die türkische Militäroffensive gegen die Kurden in Nordsyrien an.

          Europa müsse seine militärische Souveränität wiedererlangen, schloss Macron daraus. Die internationale Sicherheitslage und die aufstrebende Macht China hätten zu einer „außergewöhnlichen Schwäche Europas“ geführt. „Wenn Europa sich nicht als Weltmacht sehen kann, wird es verschwinden“, warnte Macron.

          Der Nato-Gipfel findet am 3. und 4. Dezember in London statt. In diesem Jahr feiert das Bündnis den 70. Jahrestag seiner Gründung. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist am Donnerstag zu Besuch in Berlin.

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