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EU beginnt Prüfverfahren : Wird Sputnik V Europas Impfstoff Nummer sieben?

In einer UN-Klinik im Süden des Gazastreifens wird eine Dosis des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V verimpft. Bild: AFP

Die EU prüft nun auch die Zulassung von Sputnik V. Wann der Corona-Impfstoff hier auf dem Markt sein wird, bleibt aber ungewiss. Könnte Russland überhaupt nennenswerte Mengen liefern?

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          Über eine mögliche Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in der EU herrschte zuletzt Verwirrung: Aus Moskau kamen mehrfach Behauptungen über schon gestellte Anträge, welche die EU-Arzneimittelagentur EMA zurückwies. Am Donnerstag aber teilte die EMA mit, dass sie ein „Rolling Review“-Prüfverfahren für Sputnik V eröffnet habe. Das bedeutet, dass der Impfstoff von der EMA als vielversprechend eingestuft wird und eine erste Teststufe überwunden hat. Im „Rolling Review“ wertet die EMA nun weitere Daten aus den klinischen Tests aus; erst wenn die EU-Agentur überzeugt ist, dass die „Vorteile die Risiken überwiegen“, darf Moskau einen Antrag auf Marktzulassung stellen.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          In der EU war die Skepsis gegenüber Sputnik V bisher groß. Zum einen gab es Bedenken wegen der frühen Zulassung in Russland vor der entscheidenden klinischen Testphase. Zum anderen gehörte das Vakzin nie zur EU-„Impfstrategie“. Nun könnte Sputnik V schon zu spät kommen: Für die Hersteller Curevac und Novavax, bei denen die EU bestellt hat, hat die „Rolling Review“ schon Anfang Februar begonnen.

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