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Tod nach Haft in Nordkorea : Eltern von Otto Warmbier widersprechen Trump

  • Aktualisiert am

Donald Trump und Kim-Jong-un bei einem Spaziergang bei ihrem Treffen in Hanoi. Bild: AP

Die Eltern des mutmaßlich in nordkoreanischer Haft gefolterten Otto Warmbier zeigen sich entsetzt über Donald Trumps Unterstützung für Kim Jong-un. „Kim und sein teuflisches Regime“ seien für den Tod ihres Sohnes verantwortlich.

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          Die Eltern des nach nordkoreanischer Haft verstorbenen Studenten Otto Warmbier haben einer Aussage von Präsident Donald Trump widersprochen und den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un für den Tod ihres Sohnes verantwortlich gemacht. „Kim und sein teuflisches Regime sind für den Tod unseres Sohnes Otto verantwortlich“, hieß es in einer Mitteilung von Fred und Cindy Warmbier, die mehrere amerikanische Medien am Freitag verbreiteten. „Keine Ausreden oder überschwängliches Lob können daran etwas ändern“, hieß es darin weiter.

          Trump hatte nach dem Gipfel mit Kim Jong-un in Vietnam gesagt, er gehe davon aus, dass der nordkoreanische Machthaber nichts von der Inhaftierung Warmbiers in seinem Land gewusst habe. Trump sagte am Donnerstag über Kim: „Er sagt mir, dass er nichts davon wusste, und ich werde ihn beim Wort nehmen“. Es sei furchtbar, was geschehen sei. „Ich glaube wirklich, dass ihm (Warmbier) etwas Furchtbares geschehen ist, und ich glaube wirklich nicht, dass die oberste Führung davon etwas wusste.“

          Trumps Äußerung hatte in Amerika bereits einen parteiübergreifenden Sturm der Entrüstung nach sich gezogen. „Natürlich wusste Kim davon“, schrieb der demokratische Senator Mark Warner auf Twitter. „Anscheinend ist der Präsident der Vereinigten Staaten der Einzige, der diese offensichtliche Lüge glaubt.“ Der Minderheitsführer von Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, kritisierte: „Ich sehe Nordkoreas Führer nicht als jemanden an, der ein Freund ist. Wir alle wissen, was mit Otto passiert ist, wir wissen, was dieses Land getan hat.“

          Warmbier war Anfang 2016 nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen „feindlicher Handlungen gegen den Staat“, dem Diebstahl eines Propaganda-Posters, zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel unter ungeklärten Umständen ins Koma und wurde schließlich freigelassen. Im Juni 2017 starb er wenige Tage nach seinem Rücktransport in die Vereinigten Staaten. Ein amerikanisches Gericht kam im vergangenen Dezember zu dem Schluss, dass der 22 Jahre alte Student in Nordkorea gefoltert wurde. Pjöngjang hat jegliche Misshandlung Warmbiers bestritten und erklärt, Warmbiert habe sich eine schwere Nahrungsmittelvergiftung zugezogen.

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