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Kolumbien : ELN-Rebellen und Regierung beginnen Friedensverhandlungen

  • Aktualisiert am

Vorgespräche unter Leitung des ecuadorianischen Außenministers Guillaume Long (Mitte): Nun verhandeln der ELN-Sprecher Pablo Beltrán (rechts) und der Chefunterhändler der kolumbianische Regierung Juan Camilo Restrepo (links) direkt. Bild: dpa

Für sein Abkommen mit der Farc-Guerilla hat Kolumbiens Präsident den Friedensnobelpreis bekommen. Nun verhandelt seine Regierung mit der kleineren Rebellengruppe ELN.

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          Nach monatelangen Vorgesprächen haben die linke Guerillaorganisation ELN und die kolumbianischen Regierung offizielle Friedensverhandlungen aufgenommen. Delegationen beider Seiten trafen sich am Dienstag zu Gesprächen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Der Beginn der Verhandlungen war mehrfach verschoben worden, weil sich die Freilassung eines entführten ehemaligen Abgeordneten verzögert hatte.

          „Wir versuchen, einen politischen Ausweg aus dem Konflikt zu finden“, sagte der Chefunterhändler der ELN, Israel Ramírez alias „Pablo Beltrán“. Das Zentralkommando der Guerilla hoffe, dass bei den Gesprächen die Tür zu einem vollständigen Frieden geöffnet werde.

          Die Verhandlungen sollten zügig voranschreiten, sagte der Leiter der Regierungsdelegation, Juan Camilo Restrepo. Die Zeit der Sondierung sei vorbei. „Ziel ist es, einen endgültigen Vertrag zu unterzeichnen, der den bewaffneten Konflikt beendet.“

          Vorbild Farc-Abkommen

          Mit den Gesprächen mit der ELN strebt Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos nach mehr als 50 Jahren Konflikt einen vollständigen Frieden in dem südamerikanischen Land an. Seine Regierung hatte im Vorjahr nach vierjährigen Verhandlungen ein Abkommen mit der größeren Guerillaorganisation Farc erreicht.

          Derzeit werden die Farc-Mitglieder in Übergangszonen im ganzen Land zusammengezogen. Dort sollen sie unter Aufsicht der Vereinten Nationen ihre Waffen niederlegen und sich auf die Rückkehr ins Zivilleben vorbereiten. Künftig will die Farc als politische Bewegung für ihre Ziele wie eine gerechtete Landverteilung eintreten.

          Kolumbien : Nobelpreisträger Santos: Weg zum Frieden ist noch lang

          Ein Abkommen auch mit der ELN ist auch deshalb wichtig, um zu verhindern, dass deren Kämpfer die Kontrolle über frühere Farc-Gebiete und den dortigen Drogenhandel übernehmen.

          In den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen in Kolumbien über 220.000 Menschen ums Leben. Millionen wurden aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Präsident Santos verspricht sich von dem Friedensprozess auch ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Kolumbien mit seinen vielen Rohstoffen gilt als Land mit großem Potential. Am Wochenende war bei einem Treffen von Friedensnobelpreisträgern auch der britische Unternehmer und Milliardär Richard Branson dabei, der Unternehmer dazu aufrief, wieder verstärkt die Augen auf Kolumbien zu richten.

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