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Elmar Brok im Interview : „Das Parlament hat sich selbst zerlegt“

Ist in dieser Woche aus dem EU-Parlament ausgeschieden: CDU-Politiker Elmar Brok. Bild: Frank Röth

Sollte das EU-Parlament Ursula von der Leyen als Kommissionschefin abblitzen lassen – oder die eigene Demütigung akzeptieren? Ein Gespräch mit CDU-Politiker Elmar Brok über Spitzenkandidaten, Herzensthemen und die eigene Bilanz.

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          Herr Brok, Sie haben bis zuletzt dafür gekämpft, dass das Europäische Parlament nur einen der Spitzenkandidaten zum Kommissionspräsidenten wählen soll. Nun hat der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs Ursula von der Leyen für den Posten nominiert. Sie scheiden in diesen Tagen aus dem Parlament aus und können nicht mehr selbst über die Personalie abstimmen. Aber was raten Sie denn den Parlamentariern?

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Ich glaube, es bleibt gar nichts anderes übrig, als der Entscheidung zuzustimmen. Denn wir müssen ja festhalten, dass das Parlament den Spitzenkandidatenprozess durch Uneinigkeit selbst versenkt hat. Am Anfang des Prozesses hatten sich durch den Einfluss des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Sozialdemokraten und Liberalen gegen das Spitzenkandidatenmodell ausgesprochen, und die Sozialdemokraten sind erst im Verlauf der letzten Woche dazu zurückgekehrt. Insofern hat sich das Parlament selbst zerlegt.

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