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Elfenbeinküste : Schwere Kämpfe in Abidjan

  • -Aktualisiert am

Brennende Barrikade im Distrikt Abobo in der Wirtschaftsmetropole Abidjan Bild: AFP

Der Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste wird immer heftiger: Seit Tagen gibt es in der Wirtschaftsmetropole Abidjan schwere Kämpfe. Der international anerkannte Präsident Ouattara sucht offenbar die Entscheidung.

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          In der durch ein politisches Patt gelähmten Elfenbeinküste sucht das Lager des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara offenbar eine militärische Entscheidung. Seit Tagen ist die Wirtschaftsmetropole Abidjan Schauplatz nächtlicher Gefechte zwischen Regierungstruppen, die dem abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo ergeben sind, und Rebellen aus dem Norden des Landes, die für Ouattara kämpfen.

          Das Abidjaner Stadtviertel Abobo, in dem seit mehreren Wochen sporadisch gekämpft wird, scheint inzwischen in der Hand der Rebellen zu sein, die seit Ausbruch des Bürgerkrieges 2002 den Norden des Landes kontrollieren und sich seit dem Friedensschluss von 2007 „Forces nouvelles“ nennen. Die bislang als „unsichtbare Kommandos“ bezeichneten Einheiten der Rebellen haben inzwischen auch ein Gesicht: Ibrahim Coulibaly, ein desertierter ivorischer Soldat, der beim Ausbruch der Rebellion 2002 eine Schlüsselrolle innehatte, zeigt sich offen in Abobo.

          Gbagbo kündigt „drastische Maßnamen“ an

          In der Nacht von Montag auf Dienstag hatten schwerbewaffnete Angreifer versucht, die Kaserne der Bereitschaftspolizei CRS im Stadtteil Adjamé zu stürmen. Zuvor war die Residenz des Oberkommandierenden der ivorischen Streitkräfte, General Philippe Mangou, im Stadtteil Yopougon unter Feuer genommen worden. Bedeutsam an diesen beiden Angriffen ist, dass sowohl Adjamé als auch Yopougon als Hochburgen von Gbagbo gelten, die Rebellen sich dort gleichwohl ungehindert bewegen können.

          Gbagbo hatte am Dienstag die Kommandierenden der Teilstreitkräfte zum Rapport bestellt, um sich ihrer Loyalität zu versichern. Das deutet darauf hin, dass tatsächlich Armeeangehörige desertiert sind, wie die Rebellen seit geraumer Zeit behaupten. Für den Abend hatte Gbagbo, der sich aller Appelle zum Trotz weigert, zurückzutreten, „drastische Maßnahmen“ angekündigt, wobei nicht klar war, was damit gemeint sein könnte.

          Der Führer der ihm treuen Schlägerbanden „Jeunes Patriotes“, Charles Blé Goudé, kündigte ebenfalls am Dienstag eine Art Generalmobilmachung an. Ouattara war zuletzt vor Wochenfrist von der Afrikanischen Union (AU) als rechtmäßiger Sieger der Präsidentenwahl vom November vergangenen Jahres bestätigt worden.

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