https://www.faz.net/-gpf-yfgm

Elfenbeinküste : Anhänger von Ouattara starten Offensive

  • Aktualisiert am

Einwohner des Abidjaner Vororts Abobo grüßen eine Patrouille Ouattara-treuer Kämpfer. Bild: REUTERS

Gegner des amtierenden Präsidenten der Elfenbeinküste, Gbagbo, haben zwei weitere Städte im Westen des Landes erobert. In der Nacht zum Dienstag hätten die Rebellen aufseiten des international anerkannten Präsidenten Ouattara die Städte Daloa und Duékoué eingenommen, bestätigten Sprecher beider Seiten.

          1 Min.

          Rebellen des international anerkannten Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, haben am Dienstag weitere Fronten eröffnet. Sie eroberten Städte in verschiedenen Landesteilen, die bisher von Truppen des abgewählten, aber an der Macht festhaltenden Staatschefs Laurent Gbagbo gehalten wurden. Dabei wurde Duékoué im Westen des Landes eingenommen.

          Über die Stadt verläuft eine Verbindung nach Liberia, aus dem auch Waffen an Gbagbo-Truppen geliefert wurden und Söldner einsickerten. Die Rebellen, die sich eigenen Angaben zufolge nicht mehr Forces Nouvelles, sondern Forces Républicaines nennen, teilten auf ihrer Internetseite mit, Duékoué sei „vollständig gesichert“. Außerdem hätten sie die Städte Daloa im Zentrum und Bondoukau im Osten des Landes eingenommen, was Agenturberichten zufolge Sprecher beider Seiten bestätigten. Daloa liegt an der Hauptverbindung in die Hauptstadt Yamoussoukro.

          Von Daloa zweigt auch die Straße zur Hafenstadt San Pedro ab, über die ein Großteil des Kakao-Exports aus der Elfenbeinküste und damit weltweit abgewickelt wird. Nach UN-Angaben wurden bei den Kämpfen vor allem um die Wirtschaftsmetropole Abidjan 500 Menschen getötet, nahezu eine Million sind auf der Flucht.

          Vertrauliche UN-Dokumente verschwunden

          In der Elfenbeinküste werden Teile des Nordens von den Anhängern Ouattaras, der Süden und die wichtige Metropole Abidjan hingegen von Unterstützern Gbagbos kontrolliert. Die internationale Gemeinschaft sieht Ouattara als Sieger der Präsidentschaftswahl vom November an und fordert Gbagbos Rücktritt. Alle Vermittlungsbemühungen blieben bislang ohne Erfolg.

          Der frühere Außenminister des Inselstaats Kap Verde, José Brito, der von der Afrikanischen Union zum neuen Vermittler in dem Konflikt benannt worden war, akzeptierte die Ablehnung seines Mandats durch Ouattara. „Präsident Ouattara hat Gründe, die ich respektiere“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Das Ouattara-Lager hatte eine Vermittlung Britos am Samstag mit der Begründung abgelehnt, dieser pflege „persönliche Verbindungen“ mit Gbagbo.

          Die UN untersuchten indes das Verschwinden mehrerer vertraulicher Dokumente in der Elfenbeinküste. Laut der amerikanischen Tageszeitung „Wall Street Journal“ sollen sie Informationen über die Einsätze von UN-Hubschraubern in dem Land enthalten haben und Anhängern Gbagbos in die Hände gefallen sein. Dessen Einheiten hätten die Möglichkeit gehabt, zwei seit Februar vermisste UN-Mitarbeiter zu entführen. Ein UN-Sprecher bestätigte die Untersuchung.

          Weitere Themen

          Umstandslose Abrissbirne

          Die Dagebliebenen : Umstandslose Abrissbirne

          Was in der DDR neu und modern war, ist heute vielfach Quell großer Unzufriedenheit. Betrachtungen über ein Wohnviertel in Rostock.

          Topmeldungen

          Thomas Cook macht Bankrott in einer Zeit, in der das Fliegen als unnötige, im Grunde schon unlautere Handlung gilt. Worüber aber wird berichtet? Über die Streichung von Flügen und steckengebliebene Urlauber.

          Politische Willensbildung : Wer hat noch Mut zum Zweifeln?

          Politik ist die Vertretung von Interessen. Aber die werden kaum noch ausgesprochen. Statt Streit zuzulassen, erstickt man ihn meistens schon im Keim. Über einen immer enger werdenden Spielraum.
          Die Gesundheit des Babys ist für Eltern das höchste Gebot – nicht erst ab der Geburt.

          Verfrühter Mutterschutz : Kaum schwanger, schon weg

          Immer häufiger werden Erzieherinnen und Lehrerinnen lange vor der Geburt des Kindes krankgeschrieben. In vielen Kitas und Grundschulen führt das zu Schwierigkeiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.