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El Salvador : Ein Präsident im Bitcoin-Rausch

El Salvadors Präsident Nayib Bukele im November 2021 Bild: AFP

Nayib Bukele trägt gerne Baseballmützen und nennt sich „CEO von El Salvador“. Als Zahlungsmittel hat der autoritäre Präsident eine Kryptowährung durchgesetzt. Benutzt wird sie schon am „Bitcoin-Beach“.

          8 Min.

          In El Zonte kommt man einfach ins Gespräch. Alles geht etwas lockerer im kleinen Surfer-Dorf an der Küste von El Salvador. Die Gezeiten geben das Tempo vor. Beständig wälzen sie die lauwarmen Pazifikwellen an den dunklen Strand. Austin ist ihretwegen hier. Er kommt gerade aus dem Meer und trinkt im Vorgarten eines kleinen Hotels eine Tasse Kaffee. Er bleibe wohl gleich einen Monat hier, sagt der junge Surfer aus Kalifornien. Zuvor verbrachte er schon einen Monat an den Stränden Nicaraguas. Austin hat Zeit und Geld. Nach der Quelle seiner Unbeschwertheit gefragt, sagt er bloß: „Krypto“. Zusammen mit einigen Partnern besitzt der Fünfundzwanzigjährige ein kleines Unternehmen, das in Kryptowährungen investiert. Im vergangenen Jahr sei das ein Selbstläufer gewesen, besonders Bitcoin. „Wir arbeiten kaum noch.“ Und so reist Austin durch Zentralamerika und surft.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          El Salvador hat der Amerikaner jedoch nicht nur wegen der guten Wellen ausgesucht. Noch etwas anderes hat ihn neugierig gemacht: In einem Schritt, der weltweites Aufsehen erregte, hat das kleine zentralamerikanische Land als Erstes überhaupt Bitcoin als zweites offizielles Zahlungsmittel neben dem Dollar eingeführt. Die Regierung richtete landesweit 200 Geldautomaten ein, an denen Bitcoin gegen Dollar und umgekehrt getauscht werden kann. Kaum ein Tag vergeht, an dem Präsident Nayib Bukele nicht in den höchsten Tönen über die Kryptowährung twittert. Im November kündigte er mit einer pompösen Show die Gründung von „Bitcoin City“ an, einer modernen Stadt, die teilweise mit Bitcoin-Anleihen finanziert werden und dank minimaler Steuern von zehn Prozent Investoren aus aller Welt anziehen soll. Unbescheiden wie er ist, beschreibt Bukele das Projekt als ein „Alexandria“ des Bitcoin.

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