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Einsatz von Kampfhubschraubern : UN stufen Konflikt in Syrien als Bürgerkrieg ein

  • Aktualisiert am

Rauch steigt auf über Talbisah, einem Wohnviertel von Homs Bild: dpa

Das syrische Regime soll nach Angaben der Vereinten Nationen inzwischen auch Kampfhubschrauber gegen Aufständische einsetzen. Die amerikanische Außenministerin Clinton zeiht Russland der "Lüge".

          15 Monate nach Beginn des Aufstandes gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al Assad hat sich der Konflikt nach Ansicht der Vereinten Nationen zum Bürgerkrieg ausgeweitet. „Ich meine, dass das Ausmaß der Gewalt massiv zugenommen hat. So massiv, dass sich damit auch die Natur (der Kämpfe) verändert hat“, sagte UN-Untergeneralsekretär Herve Ladsous am Dienstag (Ortszeit) in New York. Den UN lägen Berichte vor, nach denen das Regime nicht mehr nur mit Artillerie und Panzern gegen die eigene Bevölkerung vorgehe, sondern inzwischen auch mit Kampfhubschraubern, sagte Ladsous.

          Auf die Frage von Journalisten, ob man den Konflikt in Syrien inzwischen einen Bürgerkrieg nennen könne, sagte Ladsous nach Angaben seines Sprechers: „Ja, ich denke, dass man das sagen kann“. In zahlreichen Städten und Gemeinden habe die Regierung die Kontrolle an die bewaffneten Aufständischen verloren und versuche nun, diese Viertel und Landstriche mit Gewalt zurückzuerobern. Das syrische Außenministerium wies diese Einschätzung zurück

          Clinton zeiht Moskau der Lüge

          Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton warf der russischen Regierung unterdessen vor, Syrien weitere Helikopter zu liefern, mit dem die Truppen Assads gegen die eigene Bevölkerung vorgehen könnten. In Washington sei man besorgt über jüngste Informationen, „dass Angriffshubschrauber auf dem Weg von Russland nach Syrien sind“. „Das wird den Konflikt ziemlich dramatisch verschärfen“, sagte Clinton. Die neuen Waffenlieferungen stünden im Widerspruch zu Beteuerungen Moskaus, dass dessen Militärexporte an Syrien „nicht gegen Zivilisten eingesetzt werden können“. Die Versicherung Moskaus, wonach die Waffenlieferung nichts mit dem Konflikt in Syrien zu tun haben, sei eine „glatte Lüge“.

          Moskau verkauft seit Jahren Waffen an Damaskus. Helikopter sowjetischer oder russischer Herkunft würden vom syrischen Regime bereits gegen das eigene Volk eingesetzt, sagte Nuland. Clinton habe aber nicht diese Hubschrauber gemeint. „Sie ist besorgt über Helikopter, die auf dem Weg sind.“

          Russland wies die Kritik umgehend zurück. Die Rüstungsgeschäfte mit der Führung in Damaskus verletzten nicht das Völkerrecht, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen. Im Gegenzug beschuldigte er die Vereinigten Staaten, die syrischen Rebellen im Kampf gegen die Regierung von Präsident Baschar al Assad zu bewaffnen.

          Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf die syrische Opposition, mit finanzieller Unterstützung aus Saudi-Arabien und Katar seien aus der Türkei Panzerabwehrraketen an syrische Rebellen geliefert worden. Das türkische Militär habe diese demnach an die syrische Grenze gefahren, von wo aus sie in das Nachbarland geschmuggelt wurden. Die Vereinigten Staaten seien in das Vorgehen eingeweiht, zitierte das Blatt Vertreter des Syrischen Nationalrates (SNC). Die Panzerwehrraketen seien bis südlich von Damaskus gelangt. Für syrische Panzertruppen sei es nun schwerer, sich in Städten zu bewegen. Die türkische Regierung hat Waffenhilfe für die Rebellen mehrfach bestritten.

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