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Einsatz gegen Terrornetz : Hollande lobt entschlossenes Vorgehen der Polizei

Der französische Präsident Francois Hollande empfängt jüdische Repräsentanten: Richard Prasquier (r.) und Joel Mergui (2v.l.) Bild: AFP

Nach dem Großeinsatz der Polizei gegen ein mutmaßliches salafistisches Terrornetz, bei dem ein Mann getötet wurde, hat der französische Präsident Hollande Repräsentanten der jüdischen Gemeinde im Elysée-Palast empfangen.

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          Nach dem Großeinsatz der Polizei gegen ein mutmaßliches salafistisches Terrornetz hat der französische Präsident Hollande am Sonntag Repräsentanten der jüdischen Gemeinde im Elysée-Palast empfangen. Die Terrorgruppe soll Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Frankreich geplant haben.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Bei dem Polizeieinsatz am Samstagmorgen war in Straßburg ein 33 Jahre alter Terrorverdächtiger getötet worden, drei Polizisten wurden leicht verletzt. Der Mann hatte das Feuer auf die Polizeibeamten eröffnet, als diese seine Wohnung stürmten. Der von den Antillen stammende, zum Islam konvertierte 33 Jahre alte Jérémie Louis-Sidney hatte bekundet, als „Märtyrer“ im Heiligen Krieg sterben zu wollen. Seine Fingerabddrücke waren auf den Resten einer Granate gefunden worden, mit der Mitte vergangenen Monats ein Anschlag auf einen jüdischen Lebensmittelladen in der Nähe von Paris verübt worden war.

          „Hausgemachter Terrorismus“

          Die Polizei ging auch gegen weitere Mitglieder der von Louis-Sidney geführten Gruppe in Torcy bei Paris, in Cannes an der Côte d‘Azur und in Straßburg vor. Insgesamt wurden zehn Verdächtige festgenommen. Alles seien gebürtige Franzosen, die sich dem radikalen Islamismus zugewandt hätten, sagte der zuständige Staatsanwalt Francois Molins in Paris. Innenminister Valls sprach von einem „hausgemachten Terrorismus“.

          Es handele sich bei den Verdächtigen um Kleinkriminelle, die sich auf französischem Boden radikalisiert hätten. Bei dem Großeinsatz wurden auch Al-Qaida-Propaganda, 27.000 Euro Bargeld, Munition und die Liste aller jüdischen Einrichtungen in Frankreich beschlagnahmt.

          Präsident Hollande lobte das entschlossene Vorgehen der Polizei und sagte, die Staatsführung werde auch weiter „die Franzosen gegen terroristische Bedrohungen schützen“. Premierminister Ayrault sagte, der Polizeieinsatz sei seit mehreren Wochen vorbereitet worden.

          Die Polizei war nach dem Anschlag auf ein jüdisches Lebensmittelgeschäft in Sarcelles auf die Spur der Gruppe gekommen. Zunächst hatten die Ermittler geglaubt, der Anschlag stehe im Zusammenhang mit den Protesten gegen das amerikanische Schmähvideo „Unschuld der Muslime“. Der Dachverband der jüdischen Organisationen in Frankreich, Crif, warnt seit langem vor dem wachsenden Antisemitismus unter radikalisierten französischen Muslimen.

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