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Einreiseverbot : Tschechien bestellt russischen Botschafter ein

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„Ohne jede Grundlage“: Tschechiens Außenminister Lubomir Zaoralek zeigt sich empört über das russische Einreiseverbot. Bild: AFP

„Einseitig und intransparent“ nennt der tschechische Außenminister Zaoralek das Einreiseverbot der russischen Regierung. Die Führung in Prag hat deren Botschafter im Land deshalb zum Rapport bestellt.

          Aus Protest gegen die Einreiseverbote für 89 europäische Politiker hat die tschechische Regierung nun den russischen Botschafter in Prag, Sergej Kisselew, in das Außenministerium einbestellt. Der Schritt Moskaus sei „einseitig, ohne jede Grundlage und intransparent“, erklärte Außenminister Lubomir Zaoralek in Prag. Kisselew solle daher „erklären, warum die Namen von vier Bürgern der Tschechischen Republik auf der Liste stehen“.

          Moskau hatte vergangenen Donnerstag eine schwarze Liste mit den Namen von 89 europäischen Politikern an mehrere EU-Botschaften verschickt. Dies wurde als Reaktion auf Strafmaßnahmen gegen russische Politiker gewertet, welche die EU wegen der Annexion der Krim und der russischen Einmischung in der Ostukraine verhängt hatte, und die ebenfalls Einreiseverbote für russische Bürger beinhalten.

          Slowakischer Ministerpräsident reist nach Moskau

          Auf der Liste stehen auch die Namen von vier Tschechen. Es handelt sich um den früheren Außenminister Karel Schwarzenberg, den Abgeordneten Marek Zenisek aus Schwarzenbergs rechtsgerichteter Partei TOP 09, den Europaparlamentarier Jaromir Stetina und den ehemaligen EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle.

          In der benachbarten Slowakei teilte die Regierung am Montag mit, dass Ministerpräsident Robert Fico am Dienstag nach Moskau reisen werde, um Staatschef Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew zu treffen. Fico ist als Kritiker der EU-Sanktionen gegen Russland bekannt. Politiker aus der Slowakei sind von den Einreisesperren Moskaus nicht betroffen.

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