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AKW Saporischschja : Den Atompoker beenden

  • -Aktualisiert am

Was nicht passieren darf: IAEA-Informationsplakat beim Werk Saporischschja Bild: Daniel Pilar

Ein einziger Fehlschuss kann zu einer nuklearen Katastrophe führen, die nicht nur Russland und die Ukraine träfe. Allein das sollte ein guter Grund sein, Gebiete um Atomkraftwerke zu entmilitarisieren.

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          Die Hartnäckigkeit, mit der Russland das von seinen Truppen besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja als Druckmittel einsetzt, könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Invasoren militärisch in Schwierigkeiten geraten sind. Entsprechende Vorwürfe des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gehen vermutlich in einer Hinsicht in die richtige Richtung.

          Wenn russische Einheiten aus der unmittelbaren Umgebung der Reaktoren auf die Ukrainer schießen, sind sie mehr oder weniger unangreifbar. Denn ein einziger Fehlschuss der ukrainischen Verteidiger könnte eine nukleare Katastrophe auslösen, die nicht nur die Ukraine und Russland träfe.

          Umgebung entmilitarisieren

          Allein das sollte für beide Kriegsparteien ein Grund sein, den Atompoker schleunigst zu beenden. Gebiete in einem größeren Umkreis von Atomkraftwerken müssen entmilitarisiert werden. Die Internationale Atomenergiebehörde muss Zutritt zum Kraftwerk Saporischja erhalten, um dort zu prüfen, wie es um die Betriebssicherheit der Anlage bestellt ist. Sich darauf zu verständigen läge im Interesse beider Seiten.

          Die russische Seite hat seit Kriegsbeginn bewiesen, dass sie sich in Sachen Skrupellosigkeit so schnell von niemandem übertreffen lässt. Aber was beim Export von Getreide möglich war, sollte bei der Verhinderung einer Verstrahlung großer Gebiete erst recht möglich sein.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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