https://www.faz.net/-gpf-9kzlg

Die Opfer aus Christchurch : „Nun ruht er in Frieden“

  • -Aktualisiert am

Naeem Rashid, 50 Jahre alt

Naeem Rashid war Lehrer in Christchurch. Auch er hielt sich in der Zeit des Attentats mit seinen Söhnen in der Al-Nur-Moschee auf. Im Video des Attentats versucht Rashid, den Täter zu attackieren. Dabei wurde er schwer verletzt und starb schließlich im Krankenhaus. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan ehrte Rashid auf Twitter als Märtyrer. Sein Mut solle mit einer „nationalen Auszeichnung“ anerkannt werden.

Rashids Bruder Khurshid Alam sagte der BBC, der Tod Naeem Rashids sei noch immer ein Schock. Seine mutige Tat sei „unser Stolz, aber es ist auch unser Verlust“. Der älteste Sohn Talha kam ebenfalls ums Leben, ein weiterer wird nach Verletzungen im Krankenhaus behandelt.

Khaled Mustafa, 45 Jahre alt, und sein Sohn Hamza

Erst ein paar Monate zuvor hatten sie Neuseeland erreicht: Der 45 Jahre alte Khaled Mustafa war mit seiner Frau und seinen Kindern aus Syrien geflohen. In Christchurch erhofften sie sich laut CNN ein Leben fernab von Krieg und Gewalt. Mustafa und sein jugendlicher Sohn Hamza wurden in der Al-Nur-Moschee getötet, die sie zum Gebet aufsuchten. Seine Frau war nicht vor Ort und der jüngere Sohn Mustafas wurde angeschossen, aber soll sich seiner Mutter zufolge mittlerweile in einem stabilen Zustand befinden.

Ansi Alibava, 25 Jahre alt

Auch Ansi Alibava ist bei dem Attentat in Christchurch ums Leben gekommen. Das bestätigte die indische Vertretung in Neuseeland. Alibava war Studentin an der Lincoln University. Ihr Ehemann sagte dem neuseeländischen Nachrichtenportal „Stuff“: „Das Leben, das Ansi und ich uns aufgebaut haben, die Familie, die wir gründen wollten, all das wurde in einem Moment rassistischer Gewalt zerstört.“ Auch er hielt sich zum Zeitpunkt des Attentats in der Moschee auf, konnte jedoch unverletzt fliehen. „Unmittelbar vor dem Gebet hörte ich einen einzelnen Schuss. Ich dachte, Kinder hätten draußen einen Ballon platzen lassen“, sagte er CNN. Das Paar war im letzten Jahr nach Neuseeland gezogen und lebte seither in Christchurch. Sie sei eine sehr gute Studentin gewesen, sagte ein Freund der CNN: „Ihr Professor und alle anderen liebten sie.“

Abdukadir Elmi, 70 Jahre alt

Vor sieben Jahren kam Abdukadir Elmi mit seiner Familie in Neuseeland an, nachdem sie das vom Bürgerkrieg zerrissene Somalia verlassen hatten. Er besuchte mit seinem 25 Jahre alten Sohn Said die Al-Nur-Moschee, als der Attentäter zuschlug. Der 70 Jahre alte Mann starb, doch Said konnte entkommen. Der „Washington Post“ sagte er: „Das ist niederschmetternd. Mein Vater überlebte den Bürgerkrieg. Wir dachten niemals, dass so etwas hier in Neuseeland passieren könnte.“ Er fügte hinzu, sein Vater sei eine Art Märtyrer: „Er starb für das, woran er glaubte. Es gibt keinen anderen Grund für seinen Tod.“ Abdukadir Elmi hinterlässt drei Söhne und eine Tochter.

Abdullahi Dirie, 4 Jahre alt

Auch Abdullahi Diries Familie kommt aus Somalia. Er selbst wurde in Neuseeland geboren und war gerade einmal vier Jahre alt, als er dem Attentäter zum Opfer fiel, zusammen mit seinem Vater. Sein Onkel sagte der „Washington Post“, der Junge sei im Krankenhaus verstorben. Abdullahi war das jüngste Kind der Familie. Seine Geschwister konnten unverletzt vor dem Anschlag fliehen.

Weitere Themen

Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin Video-Seite öffnen

Von der Leyen gewählt : Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin

Es war knapp, aber am Ende hat es gereicht: Ursula von der Leyen erhielt mit 383 von 747 Stimmen äußerst knapp die notwendige Mehrheit im Europaparlament. Dadurch wird sie ab dem 01. November Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident ablösen.

Topmeldungen

Wahl von der Leyens : Eine pragmatische Lösung

Das Europäische Parlament ist über seinen Schatten gesprungen und vermeidet mit der Wahl von der Leyens den Machtkampf mit dem Europäischen Rat. Der Erfolg der CDU-Politikerin sichert auch das Überleben der großen Koalition – fürs Erste.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.