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Chronologie des Anschlags : Die Spur der Mörder

  • Aktualisiert am

Bild: afp

Um 11.20 Uhr drangen die maskierten Männer schwer bewaffnet in der Rue Nicolas Appert 6 ein. Kaum eine Viertelstunde später waren zwölf Menschen tot. Eine Rekonstruktion des Terroranschlags auf „Charlie Hebdo“.

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          • Um 11.20 Uhr dringen zwei maskierte Männer mit kugelsicheren Westen und Kalaschnikows im Gefolge einer Postbotin in das Gebäude Rue Nicolas Appert 6 in Paris ein, in dem sich das Redaktionsarchiv der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ befindet. Sie fragen nach „Charlie Hebdo“ und feuern zwei Schüsse ab.
          • Die Angreifer laufen weiter zum Sitz der Redaktion in der Rue Nicolas Appert 10. Vor der Tür treffen sie auf eine Zeichnerin von „Charlie Hebdo“. Nach Angaben der Zeichnerin geben sich die Angreifer als Mitglieder der Terrororganisation Al Qaida aus und zwingen sie, den Türcode einzugeben, um ins Gebäude zu gelangen.
          • Im Erdgeschoss eröffnen die Männer das Feuer und töten einen Pförtner. Sie eilen in den zweiten Stock, wo im Konferenzraum rund 15 Mitglieder der Redaktion und Gäste zur wöchentlichen Sitzung versammelt sind. Die Angreifer fragen nach dem Redaktionsleiter und Zeichner Stéphane Charbonnier und erschießen diesen. Anschließend feuern sie in den gesamten Raum und töten weitere sieben Mitarbeiter der Redaktion sowie einen Polizisten, der als Personenschützer Charbonniers eingesetzt war, und einen Gast. Einem Anwesenden gelingt es, telefonisch einen Freund zu alarmieren. Bei der Polizei geht ein Notruf ein.
          • Die beiden Täter verlassen das Gebäude und treten in einem schwarzen Citroen mit getönten Scheiben die Flucht Richtung Norden an.
          • Nur eine Straßenecke weiter treffen die Täter auf eine Polizeistreife in einem Auto und liefern sich mit dieser einen Schusswechsel, bei dem niemand verletzt wird. Auch beim Zusammentreffen mit einer zweiten Polizeistreife wenig später fallen Schüsse, aber den Angreifern gelingt die Flucht.

          Ort des Anschlags in Paris und Fluchtweg der Täter
          • Am Boulevard Richard-Lenoir, nur wenige Hundert Meter von der Redaktion entfernt, treffen die Täter auf zwei Polizisten, die auf Fahrrädern unterwegs sind. Sie schießen und verletzen einen der Polizisten. Anschließend steigen sie aus dem Auto und töten den Verletzten durch einen Kopfschuss. Diese Szene filmte ein Zeuge mit seinem Handy.
          • Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in Richtung Norden fahren die Täter einen Wagen an und verletzten einen Fußgänger. Die Fahrerin des Unfallwagens gibt an, drei Männer im Fluchtauto gesehen zu haben.
          • Die Täter verlassen gegen 11.45 Uhr ihr Auto, das durch einen Poller blockiert ist, zerren einen älteren Autofahrer aus einem Renault Clio und entkommen mit diesem Wagen. An der Porte de Pantin in Paris verliert sich kurz vor Mittag ihre Spur.
          • Gegen 12.30 Uhr wird für den Großraum Paris die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
          • Der französische Staatspräsident François Hollande trifft 12.46 Uhr am Tatort ein. In einer ersten Stellungnahme nennt er das Attentat einen „Akt außerordentlicher Barbarei“.
          • Am Abend des 07. Januar versammeln sich mehr als 100.000 Menschen in ganz Frankreich um ihre Trauer über den Anschlag zum Ausdruck zu bringen.
          • Noch im Laufe des Abends gibt die Polizei ihre ersten Erkenntnisse bekannt. Bei den Tätern soll es sich um zwei Brüder handeln. Sie konnten identifiziert werden, weil einer der beiden seinen Personalausweis im Fluchtauto vergaß. Außerdem suchen die Sicherheitskräfte nach einem dritten Mann.
          • Gegen 23.00 Uhr beginnt in Reims ein Einsatz der Polizei, der jedoch ergebnislos endet.
          • Halb zwei in der Nacht stellt sich der gesuchte 18 Jahre alte mutmaßliche Helfer der beiden Täter der Polizei. Er bestreitet eine Tatbeteiligung.
          • An einer Tankstelle im Department Aisne in Nordfrankreich sollen die Brüder gegen 11.23 gesehen worden sein. Ein Zeuge will sie eindeutig identifiziert haben.

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