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Einbürgerung in Italien : Mehr Pässe für mehr Gold-Medaillen?

Der italienische 100-Meter Läufer und Gold-Medaillen-Gewinner Lamont Marcell Jacobs am Montag beim Empfang auf dem Flughafen Rom-Fiumicino Bild: Reuters

Sollen in Italien geborene Sportler mit ausländischem Pass bevorzugt die Staatsbürgerschaft erhalten? Nach den erfolgreichen Olympischen Spielen ist eine Debatte über das Staatsbürgerschaftsrecht entbrannt.

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          Italiens Sportler haben vierzig Medaillen bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio gewonnen, so viele wie nie zuvor. Am Flughafen Fiumicino bei Rom wurden sie wie Nationalhelden empfangen. Noch vor dem Abflug in Tokio hatte Giovanni Malagò, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (CONI), den „historischen Rekord“ gebührend gewürdigt: als „beispiellosen Erfolg eines multiethnischen und superintegrierten Italiens“. Sportler aus allen 21 Regionen und Autonomen Provinzen des Landes, führte Malagò aus, hätten in Tokio Medaillen errungen; dazu „von allen fünf Kontinenten“ nach Italien eingewanderte Athleten.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die wohl größten Überraschungen in Tokio gelangen den männlichen Sprintern in der Leichtathletik. Die Nachfolge des legendären Jamaikaners Usain Bolt als „schnellster Mann der Welt“ trat über 100 Meter Marcell Jacobs an. Jacobs wurde 1994 in El Paso in Texas als Sohn eines Amerikaners und einer Italienerin geboren. Die Ehe zerbrach früh, die Mutter kehrte mit dem Säugling nach Italien zurück, zog ihren Sohn in Desenzano am Gardasee auf. Jacobs führte auch die 4×100-Meter-Staffel zu Gold. Dritter Läufer der Siegesstaffel war Eseosa Fostine Desalu, 1994 als Kind nigerianischer Einwanderer in Casalmaggiore in der Lombardei geboren. Bis zum Erreichen der Volljährigkeit 2012 trat Desalu, der seinen Vornamen schon als Kind zu Fausto italianisiert hatte, als nigerianischer Athlet an. Erst mit 18 Jahren konnte er die italienische Staatsangehörigkeit beantragen.

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