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Massaker von Srebrenica : „Ich habe die Vereinten Nationen gehasst“

Neunzehn Jahre nach dem Massaker: Beisetzung von Opfern aus einem Massengrab 2014 in Srebrenica Bild: Adrien Selbert/VU/laif

Immer wieder wird das Massaker von Srebrenica geleugnet oder verharmlost. Der Überlebende Hasan Nuhanovic erinnert sich an die Suche nach seiner Familie, seine Zeit als Übersetzer bei der UN und die serbische Aggressionspolitik.

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          Herr Nuhanovic, bald wird es 25 Jahre her sein, dass Ihre Eltern und Ihr Bruder von serbischen Soldaten beim Massaker von Srebrenica erschossen wurden. Wissen Sie heute etwas über die letzten Stunden Ihrer Familie?

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Ich habe mindestens 15 Jahre mit dem Versuch verbracht, ihre Todesumstände zu klären. Sie mussten den Stützpunkt des in Srebrenica stationierten niederländischen UN-Blauhelmbataillons, wo ich als Übersetzer eingesetzt war, vor meinen Augen verlassen. Was genau ihnen danach zustieß, habe ich nie im Detail erfahren können. Ich weiß aber, dass meine Mutter von meinem Vater und meinem Bruder getrennt wurde. Und ich weiß auch, dass man sie noch einige Tage in Haft festhielt, bevor sie erschossen und verbrannt wurde. Die verkohlten Gebeine meiner Mutter wurden in einer wilden Mülldeponie in der Nähe eines serbischen Dorfes im Osten Bosniens gefunden. Das war nicht weit von meiner Heimatstadt Vlasenica.

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