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Proteste gegen Siedlung : Ein Toter und Hunderte Verletzte bei Zusammenstößen im Westjordanland

  • Aktualisiert am

Protest gegen Siedlung: Ein verletzter Palästinenser wird nach Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften am 23. Juli weggetragen. Bild: EPA

Seit Wochen demonstrieren Palästinenser gegen einen von Siedlern errichteten Außenposten im Westjordanland. Nun gab es heftige Zusammenstöße mit zahlreichen Verletzten und einem Toten.

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          Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern im Westjordanland sind ein Palästinenser getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Ein 17-Jähriger sei im Krankenhaus seinen Schussverletzungen erlegen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Samstag mit, einen Tag nach den Zusammenstößen. 320 Palästinenser wurden nach Angaben des Roten Halbmonds verletzt, 21 von ihnen durch scharfe Munition, 68 durch Gummigeschosse und zahlreiche weitere durch Tränengas. 

          Hunderte Palästinenser hatten sich am Freitagnachmittag in der Ortschaft Beita in der Nähe von Nablus versammelt, um gegen den nahegelegenen Außenposten Eviatar zu demonstrieren, den israelische Siedler Anfang Mai illegal errichtet hatten. Nach Angaben der Armee warfen die Demonstranten Steine auf Sicherheitskräfte, zwei Soldaten seien leicht verletzt worden.

          Israel prüft die Ansprüche der Siedler

          Die Siedlung war unter Missachtung internationalen Rechts und israelischer Bestimmungen errichtet worden. Nach wochenlangen Spannungen hatten die Siedler den Außenposten nach einer Absprache mit Ministerpräsident Naftali Bennett Anfang Juli verlassen. Seither werden die errichteten Gebäude von der Armee bewacht.

          Das israelische Verteidigungsministerium prüft derzeit den Besitzanspruch für das Gebiet. Sollte es zugunsten der Siedler entscheiden, könnten diese sich dort dauerhaft niederlassen. Der Bürgermeister von Beita hat bereits erklärt, es werde so lange „Zusammenstöße und Demonstrationen“ geben, wie die Israelis „auf unserem Land bleiben“.

          Völkerrechtlich gelten alle israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland mit ihren rund 475.000 Bewohnern als illegal. Die Palästinenser, die das umstrittene Land um den Außenposten Eviatar für sich beanspruchen, fordern eine permanente Räumung der Siedlung.

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