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China : Es gärt in der Kommunistischen Partei

Der Chinesische Präsident Xi Jingping, der neben seiner unbegrenzten Amtszeit auch mehrere Ämter innehat, begutachtet seine Truppen. Er steht nach wie vor sicher an der Spitze seines Landes – doch langsam wird die Kritik lauter. Bild: xinhua / FOTOFINDER.COM

Nur wenige Kader in China kannten Mao persönlich. Sie genießen besondere Privilegien. Einer von ihnen übt nun scharfe Kritik an Staatschef Xi Jinping und weiß auch, weshalb sich viele die alte Ordnung zurückwünschen.

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          Als Kind hat der Mann oft Mao getroffen. Auch Xi Jinping und seine Familie kennt er gut. Nennen wir ihn Herrn Wang, denn sein richtiger Name darf nicht genannt werden. Wang ist das, was man in China einen Prinzling nennt: der Sohn eines hohen KP-Funktionärs, eines Revolutionärs der ersten Stunde. Er selbst spricht lieber von der „zweiten roten Generation“, zu der auch Xi Jinping gehört. Als junger Mann machte Wang rasch Karriere in der Partei, bis ihm die ideologischen Flügelkämpfe zu viel wurden. Er ging in die Wirtschaft und ins Ausland. Inzwischen ist er ein älterer Herr von über siebzig Jahren. Doch eines hat er immer noch: ein Gespür für die Stimmung in der Partei. Und die ist gerade ziemlich schlecht.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          „Wir haben eine ernste Krise, die, wenn sie nicht gelöst wird, zu Chaos führen kann“, sagt er in Peking. „Nach außen sieht alles gut aus, aber es gibt ernste Konflikte innerhalb der Partei.“ Was in der KP geschieht, wie dort Entscheidungen getroffen werden, bleibt meist im Verborgenen. Deshalb lohnt es sich, jemandem wie Herrn Wang zuzuhören – auch wenn er nur die Perspektive einer bestimmten Gruppe wiedergibt.

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