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Der lange Weg zurück ins Leben

Von ALEXANDER HANEKE (Text) und HELENA MANHARTSBERGER (Fotos)

18. März 2023 · Irpin wurde zum Symbol des Krieges. An internationalen Delegationen mangelt es nicht, dafür an vielem anderen.

Die Brücke ist noch immer da. In der Mitte klafft das Loch, an dem sich die Betonflächen wölben und rostiges Stahlgeflecht hervorschimmert. Darunter die kleinen Strudel des Irpin-Flusses, der sich seinen Weg durch die Trümmer bahnt. Zehntausende Menschen waren hier vor einem Jahr auf Brettern über das eisige Wasser balanciert, um sich vor russischen Granaten zu retten.

Valentina Porchun hat noch alles vor Augen: Die langen Reihen ausgebrannter Autos, die die Flüchtlinge einfach am Weg abgestellt hatten. Mit dem Auto war kein Weiterkommen, denn die Ukrainer hatten den Mittelteil der Brücke in den ersten Kriegstagen gesprengt, um die russische Armee auf dem Weg nach Kiew aufzuhalten. Doch für die Menschen aus Irpin war es der einzige Weg aus der Kampfzone. Überall, erinnert sich Porchun, lagen zurückgelassene Taschen und leere Kinderwagen, die zu sperrig waren, um sie über das Wasser zu heben. Und dann das ständige Donnern der Explosionen.

Valentina Porchun auf der gesprengten Brücke über den Irpin-Fluss
Valentina Porchun auf der gesprengten Brücke über den Irpin-Fluss

„Als ich ankam, konnte ich nicht mehr sprechen. Ich habe einfach nur gezittert.“
VALENTINA PORCHUN, 35 Jahre, Bürgerin aus Irpin

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