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Deutschland und Frankreich : „Die Empathie fehlt“

Macron und Merkel Ende Januar 2019 in Aachen bei der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags Bild: dpa

Vor einem Jahr wurde in Aachen feierlich der deutsch-französische Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Hat er den erhofften Schwung gebracht? Abgeordnete in beiden Ländern ziehen Bilanz.

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          Sind Frankreich und Deutschland Freunde, die einander nicht verstehen können? Die Frage wird seit Unterzeichnung des neuen Freundschaftsvertrages vor einem Jahr verstärkt aufgeworfen. Das Vertragswerk hat bislang nicht den erhofften Schwung für die deutsch-französischen Beziehungen entfaltet. Als folgenreicher erweist sich eine Innovation, die durch den feierlichen Pakt im Krönungssaal des Aachener Rathauses zunächst in den Hintergrund gedrängt wurde. Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung entwickelt sich zum privilegierten Austauschort, an dem Verständigung gelebt wird. „Unsere Beziehungen mit dem Bundestag sind so gut und intensiv wie nie zuvor“, sagt Sabine Thillaye im Gespräch mit dieser Zeitung zum Deutsch-Französischen Tag an diesem Mittwoch.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die in Remscheid geborene Wahlfranzösin leitet seit 2017 für die Regierungspartei La République en marche den Europaausschuss der Nationalversammlung und ist Ko-Vorsitzende der neuen Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. „Wir stehen erst am Anfang, aber wir lernen schnell, wie der andere wirklich tickt“, sagt sie. Zu Beginn seien den Abgeordneten der Nationalversammlung und des Bundestags immer wieder kulturelle Unterschiede in die Quere gekommen. Was macht man, wenn ein Abgeordneter bei wichtigen Entscheidungen fehlt? „Deutschland kennt unser Prinzip der Stimmübertragung nicht, und wir kennen nicht das der Stellvertreter“, erzählt Thillaye.

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