https://www.faz.net/-gpf-7tmmy

Ehemaliger Petrobras-Direktor packt aus : Haben Minister, Gouverneure und Abgeordnete bestochen

  • Aktualisiert am

Ehemaliger Direktor von Petrobras: Paulo Roberto Coast Bild: AFP

Der ehemalige Direktor des Erdölkonzerns Petrobras sitzt seit Monaten im Gefängnis. Nun hat Paulo Costa ausgepackt und damit etliche Politiker der Partei der Präsidentin Dilma Rousseff unter Druck gesetzt.

          Ein ehemaliger Direktor des brasilianischen Erdölkonzerns Petrobras hat zahlreichen Politikern Bestechlichkeit vorgeworfen. Minister, Gouverneure und führende Abgeordnete hätten illegale Zahlungen des staatlichen Unternehmens erhalten, habe der im März verhaftete Paulo Costa der Staatsanwaltschaft gestanden, wie die Zeitschrift „Veja“ am Samstag berichtete. Die Anklagebehörde habe ihm im Gegenzug eine Strafermäßigung versprochen. Jeder Vertrag von Petrobras mit staatlichen Stellen sei mit drei Prozent Provision an die verantwortlichen Politiker honoriert worden.

          Unter den Geldempfängern sollen Finanz-Verantwortliche der Regierungspartei - ein Minister, drei Gouverneure und bis zu 49 Abgeordnete sowie zwölf Senatsmitglieder - sein, berichtete auch die Zeitung „Folha de São Paulo“. Betroffen von den Erklärungen Costas seien vor allem Politiker der Arbeiterpartei (PT) der Staatschefin Dilma Rousseff und der verbündeten Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB), aber auch der oppositionellen Sozialistischen Partei (PSB) sowie der rechten Partido Progressista (PP).

          Rousseff wies am Samstag die Medienberichte als „Spekulationen“ zurück. Sie werde erst aufgrund offizieller Information vonseiten der Generalstaatsanwaltschaft und des Obersten Gerichtshofs handeln, die sich mit dem Fall befassen müssen. Brasilien steht vor Präsidentschaftswahlen am 5. Oktober, bei denen sich Rousseff für eine zweite Amtsperiode bewirbt.

          Weitere Themen

          Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin Video-Seite öffnen

          Von der Leyen gewählt : Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin

          Es war knapp, aber am Ende hat es gereicht: Ursula von der Leyen erhielt mit 383 von 747 Stimmen äußerst knapp die notwendige Mehrheit im Europaparlament. Dadurch wird sie ab dem 01. November Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident ablösen.

          Topmeldungen

          Wahl von der Leyens : Eine pragmatische Lösung

          Das Europäische Parlament ist über seinen Schatten gesprungen und vermeidet mit der Wahl von der Leyens den Machtkampf mit dem Europäischen Rat. Der Erfolg der CDU-Politikerin sichert auch das Überleben der großen Koalition – fürs Erste.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.