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Vereinigte Staaten : Ehemaliger Soldat wegen Einbruchs in Nordkorea-Botschaft verhaftet

  • Aktualisiert am

Nordkoreas Botschaft in Madrid: Hier gab es vor rund zwei Wochen einen mysteriösen Einbruch. Bild: dpa

In den Vereinigten Staaten ist ein ehemaliger Marinesoldat festgenommen worden. Er soll hinter einem Überfall auf die nordkoreanische Botschaft in Madrid stecken. Schon vorher hatte sich eine Kim-feindliche Gruppierung als verantwortlich erklärt.

          Fast zwei Monate nach einem rätselhaften Überfall auf die nordkoreanische Botschaft in Madrid ist in den Vereinigten Staaten ein ehemaliger Soldat festgenommen worden. Wie die „Washington Post“ am Samstag unter Berufung auf Ermittlungskreisen berichtete, gehört der ehemalige Marineinfanterist einer Gruppe an, die den Sturz von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zum Ziel hat. Er sei am Freitag einem Gericht in Los Angeles vorgeführt worden.

          Die amerikanische Polizei durchsuchte demnach auch die Wohnung eines Mexikaners, den die spanischen Behörden als Anführer des Überfalls ausgemacht hatten. Nach spanischen Angaben waren am 22. Februar maskierte Angreifer in das Botschaftsgebäude in Madrid eingedrungen, hatten Mitarbeiter bedrängt und Computer gestohlen.

          Zu dem Überfall, der sich nur wenige Tage vor dem zweiten Gipfeltreffen zwischen Kim und Amerikas Präsident Donald Trump ereignete, bekannte sich die Dissidenten-Gruppe Cheollima Civil Defence (CCD), die sich auch Free Joseon nennt. Sie erklärte, sie habe damit illegale Machenschaften in den nordkoreanischen Auslandsvertretungen aufdecken wollen und „gewisse Informationen von enormem möglichem Wert“ an die amerikanische Bundespolizei FBI übermittelt.

          In einer Erklärung auf ihrer Webseite hieß es, die Gruppe sei „bestürzt“, dass Amerikas Justizministerium Haftbefehle gegen amerikanische Bürger erlasse, die auf Strafanzeigen seitens Nordkoreas beruhten. „Der letzte amerikanische Bürger, der vom Kim-Regime in Haft genommen wurde, kehrte gefoltert nach Hause zurück und überlebte nicht“, hieß es in der Mitteilung in Anspielung auf den Studenten Otto Warmbier. Er war Anfang 2016 nach einer Gruppentour in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen „feindlicher Handlungen gegen den Staat“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. 2017 wurde er freigelassen und zurück in die Vereinigten Staaten gebracht, wo er wenige Tage später starb.

          Nordkorea sprach von einem „schweren terroristischen Angriff“ und wies auf eine mögliche Verwicklung des FBI hin. Pjöngjang erklärte, es gehe Gerüchten nach, wonach das FBI in den „Terror-Vorfall“ involviert gewesen sei. Ein FBI-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht der „Washington Post“ äußern und verwies auf das amerikanische Justizministerium. Das Ministerium lehnte eine Stellungnahme ebenfalls ab.

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