https://www.faz.net/-gpf-9s5z1

Heftige Ausschreitungen : Ecuadors Präsident und Protestierer wollen miteinander reden

  • Aktualisiert am

Demonstranten in Quito errichten am Samstag eine Barrikade mit Autoreifen. Bild: AP

Seit Tagen gibt es heftige Proteste gegen Sparbeschlüsse von Präsident Moreno, die besonders die ärmeren Ecuadorianer treffen. Nun bahnt sich ein Treffen der Kontrahenten an. Die Lage ist aber noch lange nicht entspannt.

          1 Min.

          In Ecuador wollen erstmals nach tagelangen, teils gewaltsamen Protesten Regierung und Vertreter der indigenen Bevölkerungsmehrheit miteinander reden. Ihr Dachverband Conaie will allerdings trotz einer von Präsident Lenin Moreno verhängten Ausgangssperre den Druck aufrecht erhalten. In der Nacht auf diesen Sonntag kündigte Conaie an, die Proteste würden fortgesetzt. Moreno zeigte sich zum Einlenken bereit. Er kündigte an, die Streichung der Subventionen für Treibstoff würden überprüft. Zudem schlage er vor, dass Privatunternehmen ihren Angestellten einen Bonus von 20 Dollar pro Monat zahlen sollten.

          Der Präsident hatte die Hilfen gestrichen, um die Verschuldung des südamerikanischen Staates abzubauen. Damit kam er auch Forderungen des Internationalen Währungsfonds nach. Der Wegfall der Subventionen belastet vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten, da dadurch die Lebenshaltungskosten ansteigen. Die Folge waren landesweite Proteste, die in der Hauptstadt Quito zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten führte.

          Gesprächsangebot angenommen

          Conaie akzeptierte am Samstag das Gesprächsangebot von Moreno. Allerdings machte es zur Bedingung, dass diese Gespräche öffentlich geführt und im Fernsehen übertragen werden müssten. „Wir werden nicht hinter geschlossenen Türen sprechen, das Volk Ecuadors muss dabei sein“, sagte Leonidas Iza, einer der Conaie-Chefs.

          Auch am Samstag kam es zu Ausschreitungen. Lokale Fernsehsender zeigten das Gebäude des Rechnungshofs von dichten Rauchschwaden umhüllt. Die Redaktionsräume mehrerer Medien wurden von Demonstranten gestürmt und in Brand gesetzt. Moreno rief eine Ausgangssperre für Quito und die nähere Umgebung aus, die in der Nacht zum Sonntag in Kraft treten soll. Für die Einhaltung der Ausgangssperre soll das Militär sorgen.

          Weitere Themen

          Vereinigte Staaten gestatten Siedlungsbau der Israelis Video-Seite öffnen

          Im Westjordanland : Vereinigte Staaten gestatten Siedlungsbau der Israelis

          Die Vereinigten Staaten sehen die israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland nicht länger als völkerrechtswidrig an, bestätigte nun Außenminister Pompeo. Damit verabschiedeten sie sich von einem seit 40 Jahren geltenden Grundsatz.

          „Trump schert sich einen Dreck“

          Aussagen veröffentlicht : „Trump schert sich einen Dreck“

          Ein amerikanischer Diplomat berichtet dem Kongress von einem Telefonat, das er mitbekommen habe. Seine Aussage wurde nun veröffentlicht. Kritik an Präsident Trump kam unterdessen auch von dessen früherem Außenminister.

          Topmeldungen

          Neue Abstandsregel : Der harte Kampf um jedes Windrad

          Der Protest der Deutschen gegen Windräder wächst, und der Ausbau ist beinahe zum Erliegen gekommen. Kann der Mindestabstand von 1000 Metern für mehr Frieden sorgen – oder wird nun alles noch schwieriger?

          Amtsenthebungsermittlungen : Der Oberstleutnant und der Amigo

          In den Impeachment-Ermittlungen im Kongress werden heute Alexander Vindman und Kurt Volker angehört. Die Demokraten wollen der Öffentlichkeit darlegen, wie Donald Trump die Ukraine-Politik für seine Wiederwahl missbrauchen wollte.
          Blick in EU-Parlament in Straßburg

          Einigung auf EU-Haushalt : Nach dem Streit ist vor dem Streit

          Das EU-Parlament hat mehr Geld für den Klimaschutz durchgesetzt. Von einem Klimahaushalt kann dennoch keine Rede sein, und die nächste Runde im Budgetstreit ist ohnehin schon eingeläutet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.