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Heftige Ausschreitungen : Ecuadors Präsident und Protestierer wollen miteinander reden

  • Aktualisiert am

Demonstranten in Quito errichten am Samstag eine Barrikade mit Autoreifen. Bild: AP

Seit Tagen gibt es heftige Proteste gegen Sparbeschlüsse von Präsident Moreno, die besonders die ärmeren Ecuadorianer treffen. Nun bahnt sich ein Treffen der Kontrahenten an. Die Lage ist aber noch lange nicht entspannt.

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          In Ecuador wollen erstmals nach tagelangen, teils gewaltsamen Protesten Regierung und Vertreter der indigenen Bevölkerungsmehrheit miteinander reden. Ihr Dachverband Conaie will allerdings trotz einer von Präsident Lenin Moreno verhängten Ausgangssperre den Druck aufrecht erhalten. In der Nacht auf diesen Sonntag kündigte Conaie an, die Proteste würden fortgesetzt. Moreno zeigte sich zum Einlenken bereit. Er kündigte an, die Streichung der Subventionen für Treibstoff würden überprüft. Zudem schlage er vor, dass Privatunternehmen ihren Angestellten einen Bonus von 20 Dollar pro Monat zahlen sollten.

          Der Präsident hatte die Hilfen gestrichen, um die Verschuldung des südamerikanischen Staates abzubauen. Damit kam er auch Forderungen des Internationalen Währungsfonds nach. Der Wegfall der Subventionen belastet vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten, da dadurch die Lebenshaltungskosten ansteigen. Die Folge waren landesweite Proteste, die in der Hauptstadt Quito zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten führte.

          Gesprächsangebot angenommen

          Conaie akzeptierte am Samstag das Gesprächsangebot von Moreno. Allerdings machte es zur Bedingung, dass diese Gespräche öffentlich geführt und im Fernsehen übertragen werden müssten. „Wir werden nicht hinter geschlossenen Türen sprechen, das Volk Ecuadors muss dabei sein“, sagte Leonidas Iza, einer der Conaie-Chefs.

          Auch am Samstag kam es zu Ausschreitungen. Lokale Fernsehsender zeigten das Gebäude des Rechnungshofs von dichten Rauchschwaden umhüllt. Die Redaktionsräume mehrerer Medien wurden von Demonstranten gestürmt und in Brand gesetzt. Moreno rief eine Ausgangssperre für Quito und die nähere Umgebung aus, die in der Nacht zum Sonntag in Kraft treten soll. Für die Einhaltung der Ausgangssperre soll das Militär sorgen.

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