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Jemen : Dutzende Tote bei Luftangriff auf Schulbus

  • Aktualisiert am

Frauen betrachten in Sanaa im Jemen den Schaden nach einem Luftangriff Anfang Juni. Bild: dpa

Immer wieder werden Zivilisten im Jemen Opfer von Bombardierungen. Zu dem aktuellen Luftangriff auf einen Schulbus, bei dem die meisten Opfer Kinder waren, bekennt sich nun die saudische Militärkoalition.

          Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat Luftangriffe auf die Provinz Saada im Norden des Jemen zugegeben, in der am Donnerstag ein Schulbus mit Kindern getroffen wurde. Die Bombardierungen hätten den Huthi-Rebellen in der Region gegolten, sagte der Sprecher der Koalition, Turki al Malki. Es sei eine Vergeltungsaktion für einen Raketenangriff auf den Süden Saudi-Arabiens in der Nacht zuvor gewesen. Die Angriffe des Bündnisses stünden dabei im Einklang mit dem internationalen und humanitären Recht.

          Bei dem verheerenden Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mindestens 29 Kinder getötet worden. 48 weitere Menschen, darunter 30 Kinder, seien verletzt worden. Die Huthi-Rebellen, welche die betroffene Region Sanaa kontrollieren, hatten zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff am Donnerstagmorgen seien 39 Menschen getötet und 51 verletzt worden. Die meisten der Opfer seien Kinder gewesen, die in eine Sommerschule in der Provinz Saada im Norden des Landes fahren sollten, sagte der Sprecher des von Rebellen kontrollierten Gesundheitsministeriums, Jussef al Hadri, der Nachrichtenagentur dpa.

          Es handelt sich um einen der schwersten Luftangriffe auf Zivilisten in dem Bürgerkriegsland. Seit mehr als drei Jahren bombardiert die Militärkoalition Stellungen der Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland und tötete dabei Tausende Menschen, darunter viele Zivilisten. Seine Angriffe trafen unter anderem Hochzeiten, Trauerfeiern oder belebte Märkte. Seit der Eskalation des Konfliktes 2015 sind insgesamt mehr als 10.000 Menschen getötet worden, darunter Tausende Zivilisten.

          Die saudische Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Landes bei ihrem Kampf gegen die Rebellen, die weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Erst vor einer Woche hatte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, die ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren angekündigt. Er wolle die Konfliktparteien zum 6. September nach Genf einladen. Unterdessen tobt der Krieg im Jemen weiter. Hilfsorganisationen bezeichnen die Lage in dem bitterarmen Land als derzeit größte humanitäre Krise weltweit.

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