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Politische Feinde : Duterte will kommunistische Rebellen umbringen lassen

  • Aktualisiert am

Geht gnadenlos gegen Gegner vor: Rodrigo Duterte Bild: EPA

Eine Sondertruppe mit der Erlaubnis zu töten, soll gegen die seit den sechziger Jahren agierenden Rebellen vorgehen. Der Präsident drischt darüber hinaus weiter verbal auf seine Kritiker ein.

          Auf den Philippinen will Präsident Rodrigo Duterte eine eigene „Todesschwadron“ gegen die kommunistischen Rebellen aufstellen, die in dem Inselstaat bereits seit den 1960er Jahren aktiv sind. Der Staatschef kündigte am Dienstagabend in Manila die Gründung einer Sondertruppe an, die auch die Erlaubnis zum Töten haben werde. „Wenn Ihr drei oder vier (Rebellen) seht, bringt sie alle um“, sagte er.

          Der Konflikt zwischen philippinischer Regierung und Rebellen gehört zu den ältesten auf dem asiatischen Kontinent. Wegen neuer Angriffe hatte der Präsident die laufenden Friedensgespräche im November 2017 ausgesetzt. Duterte steht international wegen des brutalen Vorgehens der philippinischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Drogenkriminalität mit Tausenden Toten in der Kritik.

          Unter anderem hatte Duterte dem Bischof von Kalookan, Pablo Virgilio David vorgeworfen Rauschgift zu konsumieren. Dieser wies das nun allerdings zurück.  „Drogenkonsument? Nein, Sir, ich nehme kein Rauschgift, weder legales noch illegales. Habe ich niemals getan. Ich helfe lediglich Drogenabhängigen beim Entzug“, sagte der Bischof laut philippinischen Medien am Dienstag. Er nehme nicht einmal Medikamente, sondern trinke lediglich zum Frühstück „einen vitaminreichen Fruchtshake“, so der Bischof von Kalookan weiter. Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz ist einer der prominentesten Kritiker von Dutertes „Drogenkrieg“.

          In einer öffentlichen Rede hatte der Präsident am Montag laut örtlichen Medien an die Adresse von Bischof David gesagt: „Ich wundere mich, warum Sie nachts immer ausgehen. Ich vermute mal, Sie Hurensohn stehen auf illegale Drogen.“ Kurz zuvor hatte Duterte den Bischof bereits des Diebstahls von Kirchenspenden beschuldigt. Die Angriffe gegen Bischof David sind Teil einer neuerlichen Hasstirade Dutertes gegen die katholische Kirche. Mehrfach hatte der Präsident zuletzt Bischöfen mit „Enthauptungen“ gedroht, sollten sie in den Rauschgifthandel verwickelt sein.

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