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Dudas Wiederwahl in Polen : Mit Respekt und Halleluja

Polens wiedergewählter Präsident Andrzej Duda und seine Frau Agata Kornhauser-Duda am Sonntagabend in Pultusk. Bild: AP

Andrzej Duda begeht seine knappe Wiederwahl als Fest der Versöhnlichkeit. Und dann lässt auch noch die Frau des polnischen Staatspräsidenten zum ersten Mal klare Worte fallen.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          In der Kleinstadt Pultusk, 60 Kilometer nördlich von Warschau, feierte Polens alter und neuer Präsident Andrzej Duda am Sonntagabend seinen Wahlsieg. Das Schloss und der Altstadtmarkt, gegen Kriegsende bei Kämpfen zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht stark zerstört, später wieder aufgebaut und kürzlich wunderbar renoviert, haben schon oft als Filmkulisse gedient. Jetzt also als Hintergrund für eine Siegesfeier. Andrzej Duda, der Präsident des kleinen Mannes, der Landesvater, der immer wieder deutlich macht, dass er die Menschen in der Provinz nicht vergessen hat, trat mit seiner Frau und seiner erwachsenen Tochter, beide in Weiß gekleidet, vor seine jubelnden Anhänger. Zu Beginn des Wahlabends meldete die erste Prognose wackelige 50,4 Prozent der Stimmen für Duda; doch bis zum Montagnachmittag sollte das Wahlergebnis nach Auszählung fast aller Stimmzettel auf 51,1 Prozent anwachsen.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Mit auf der Bühne in Pultusk waren viele junge Wahlkampfhelfer – auch wenn eine Analyse gezeigt hat, dass die Wähler unter 30 Jahren diesmal zu 64 Prozent für den Gegenkandidaten stimmten. Außerdem waren singende Folkloreensembles in Tracht mit von der Partie. Ein Mädchen sang Leonard Cohens „Hallelujah“, umgedichtet auf „Andrzej Duda“. Wichtige Regierungsvertreter feierten mit; immerhin hatten im Jahr 2015 Duda und seine Mutterpartei, die nationalkonservative PiS, nacheinander in Präsidenten- und Parlamentswahlen gesiegt – und, so schien es manchen PiS-Politikern damals, eine nicht enden wollende Epoche der ungeteilten PiS-Herrschaft eingeläutet. Um der damaligen Ministerpräsidentin Beata Szydlo zu danken, kniete Duda auf der Bühne nieder und beugte sich hinunter, um ihr den in Polen immer noch üblichen Handkuss zu geben.

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