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Dubiose Geschäfte des Vatikans : Die unkontrollierten Millionen des Papstes

Papst Franziskus ernennt Angelo Becciu im Juni 2018 im Petersdom zum Kardinal Bild: Reuters

Der frühere amerikanische Kardinal Theodore McCarrick hat Minderjährige und Erwachsene sexuell missbraucht. Aber der Vatikan hat die Hinweise lange ignoriert. Hat sich McCarrick mit Geldgeschenken Wohlwollen erkauft?

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          Der Vatikan ist in jüngster Zeit vor allem durch bemerkenswerte Investitionen aufgefallen – nicht in himmlische Güter, sondern sehr irdische. Im Herbst vorigen Jahres wurde bekannt, dass seit dem Jahr 2014 nach unterschiedlichen Angaben insgesamt bis zu 400 Millionen Euro in einer luxuriösen Londoner Immobilie in bester Lage angelegt wurden. In einem Büro- und Geschäftskomplex in Sloane Avenue im Stadtteil Chelsea sollten 49 Appartements entstehen, um sie dann mit beträchtlichem Gewinn zu verkaufen. Finanziert wurde das Immobiliengeschäft unter anderem mit Spendengeldern aus der Peterspfennig-Kollekte, die alljährlich am 29. Juni in Gottesdiensten weltweit durchgeführt wird.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Das brachte den Vatikan in Erklärungsnot. Denn zum einen versäumt Papst Franziskus keine Gelegenheit, den Kapitalismus in Bausch und Bogen zu verdammen. Zum anderen ist auf der offiziellen vatikanischen Internetseite zu lesen, der Peterspfennig sei ein Beitrag an den Papst, „zur Ausübung seiner universalen Mission“. Dazu gehörten die Finanzierung von Dienstleistungen der römischen Kurie, etwa die Priesterausbildung, die „Förderung von Gerechtigkeit“, sowie „die zahlreichen materiellen Hilfen für die Bedürftigsten“.

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